Vor vier Jahren hatte Jon aus Cardiff eine radikale Idee: Anstatt Hunderte von Pfund für Schuluniformen auszugeben, die Kinder schneller herauswachsen, als man 'Wachstumsschub' sagen kann, warum nicht tauschen? Diese Idee, geboren aus der Lebenshaltungskostenkrise, ist zu einer Website mit über 200 beteiligten Schulen und 8.000 getauschten Artikeln angewachsen.
Jon begann mit einer Plastiksammelbox vor seinem Haus. Jetzt ist das Programm 'Free School Clothes' digital geworden, und Jon schätzt, dass es walisischen Familien mehr als 50 Millionen Pfund pro Jahr sparen könnte. Das ist eine Menge Kleingeld, besonders wenn die britische Regierung die durchschnittlichen jährlichen Kosten für Uniformen auf etwa 343 Pfund für Grundschulkinder und 442 Pfund für Gesamtschüler beziffert. Multipliziert man das mit mehr als einem Kind, spricht man von ernstem Geld – genug, um jeden Elternteil zusammenzucken zu lassen.
'Der kostenlose Online-Tauschshop, der um die Schulgemeinschaft und Familien herum aufgebaut ist, bedeutet, dass sie ihre gut erhaltenen, ausgewachsenen Schulkleider einstellen und anderen Familien in der Schulgemeinschaft kostenlos anbieten können', erklärte Jon. 'Wir sagen immer: Second Hand muss nicht Second Best bedeuten.'
Jons Kinder, Tom (10) und Sion (6), helfen beim Sortieren der Kleider. Tom erinnert sich an die Anfangszeit als 'chaotisch', mit dem Wohnzimmer voller Uniformen und Tischen, die hoch mit Kleidung gestapelt waren. Aber Chaos hat seine Belohnungen: Fast die Hälfte der Eltern gibt an, sich Sorgen um die Uniformkosten zu machen, so Save the Children und die Baby Bank Alliance. Elise, Mutter von drei Kindern, hat gerade eine Uniform für ihren Sohn Charlie abgeholt und liebt die Ersparnisse: 'Es ist wirklich teuer, ich habe drei Kinder – man muss Pullover, T-Shirts, Hosen, Schuhe kaufen, alles doppelt wegen der Wäsche, also ist es erstaunlich, Geld zu sparen.' Sie fügt hinzu, dass sie selten neu kauft und 'pre-loved' Artikel bevorzugt, und immer findet, was sie braucht – 'in neun von zehn Fällen kann jemand sagen: Oh ja, das habe ich tatsächlich.'
Das Programm startete 2022 an der Ysgol Treganna in Cardiff, wo der stellvertretende Schulleiter Gareth Evans und Tom nicht abgeholte Fundstücke einsacken, damit Jon sie online einstellen kann. Jons Mission geht über Finanzen hinaus: 'Das hilft Familien, sowohl ihren Geldbeutel als auch den Planeten zu schonen.' Mit 30.000 Schulen im Vereinigten Königreich ist das Potenzial enorm, aber Jons eigentliches Ziel ist ein 'Kulturwandel', damit das Tauschen von Second-Hand-Uniformen zur 'normalen Praxis' wird.
Die Kingsbury High School in London mit 2.000 Schülern hat sich angeschlossen. Die Nachhaltigkeitsbeauftragte Tara Randall merkt an, dass das Programm Stigmata entfernt: 'Es gibt einen gewissen Straßenkredit, dem Kinder folgen mögen, besonders in der Sekundarstufe. Aber das geschieht auf unauffällige Weise, also gibt es kein Stigma.' Eltern können ihre Übergaben selbst arrangieren, und es könnte ihnen sogar helfen, sich in einer Gemeinschaft zu vernetzen, die sich abgelegen anfühlen kann.
Für diejenigen, die es sich immer noch nicht leisten können, bietet Wales Zuschüsse von bis zu 200 Pfund pro Kind für einkommensschwache Familien oder Kinder in Pflege. Und ab September wird England die Anzahl der Artikel mit Schullogo auf drei begrenzen (plus eine Krawatte für weiterführende Schulen), um die Belastung zu verringern. Aber für Jon ist der Tauschshop der eigentliche Game-Changer – denn nichts sagt 'zurück zur Schule' wie die Wiederverwendung eines Blazers, der schon zu viele Pausenhöfe gesehen hat.