Die Klimakrise, die bereits damit beschäftigt ist, Gletscher schmelzen zu lassen und den Planeten zu kochen, hat nun offenbar beschlossen, der Antibiotikaresistenz unter die Arme zu greifen – denn warum sollte eine globale Gesundheitskatastrophe den ganzen Spaß allein haben? Eine neue Studie, veröffentlicht in The Lancet Planetary Health, hat ergeben, dass steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster die Ausbreitung antibiotikaresistenter Gene in Salmonellen beschleunigen, einer der weltweit häufigsten bakteriellen Erkrankungen.

Antibiotikaresistenz, die bereits mehr als eine Million Menschen jährlich tötet und Menschen jeden Alters in jedem Land bedroht, war bisher hauptsächlich auf den Missbrauch und übermäßigen Einsatz von Antibiotika zurückzuführen. Aber laut Forschern aus Großbritannien, Frankreich, Australien, der Schweiz und China mischt sich der Klimawandel nun in die Aktion ein. Zwischen 1940 und 2023 war der Klimawandel mit einem globalen Anstieg der Antibiotikaresistenzgene in Salmonellen um 10% verbunden, so die erste Studie dieser Art.

Die Studie analysierte Genome von mehr als 480.000 Salmonellenproben aus 139 Ländern, die über 83 Jahre gesammelt wurden, und verglich die Resistenzgenwerte mit Veränderungen der Durchschnittstemperatur und des Niederschlags. Der Zusammenhang erwies sich als nichtlinear – Antibiotikaresistenz steigt nicht einfach stetig mit der Temperatur, sondern ändert sich in einem komplizierteren Tanz, abhängig von Hitze und Niederschlag, was darauf hindeutet, dass Umweltveränderungen die bakterielle Anpassung an Antibiotika beschleunigen können.

In 82% der untersuchten Länder wurde ein Anstieg der Antibiotikaresistenzgene in Salmonellen festgestellt, mit den stärksten klimabedingten Anstiegen im Nahen Osten und Nordafrika, gefolgt von Südasien und Subsahara-Afrika. Die Autoren merken an, dass die Studie zwar einen Zusammenhang und keine direkte Kausalität zeigt, aber „robuste Beweise“ dafür liefert, dass der Klimawandel mit einem erhöhten Risiko für Antibiotikaresistenz verbunden ist. Sie fordern dringend die Integration von Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels, insbesondere solcher, die mit dem Pariser Abkommen im Einklang stehen, sowie eine verbesserte antimikrobielle Stewardship und One-Health-Überwachung – was eine Menge Fachjargon für „bitte hört auf, die Dinge noch schlimmer zu machen“ ist.