Die griechische Tourismusministerin Olga Kefalogianni hat eine beruhigende Botschaft an britische Urlauber übermittelt: Sie werden ihre kostbare Urlaubszeit nicht in einer Grenzschlange verbringen, selbst während der Hochsaison. Im Gespräch mit der BBC sagte Kefalogianni, die griechische Regierung wolle nicht, dass Besucher durch bürokratische Verfahren bei der Ein- oder Ausreise „belastet“ werden. Sie bestätigte, dass britische Besucher während der gesamten Sommersaison an der Grenze keinen biometrischen Kontrollen unterzogen werden, wobei das Land anstrebt, die Grenzkontrollen unter zwei Minuten zu halten.

Diese Zusicherung kommt, während das neue digitale Grenzsystem der EU – das „Entry-Exit-System“ (EES) – eingeführt wird. Das System verlangt von Kurzzeitbesuchern aus Nicht-EU- und Nicht-EWR-Ländern, jedes Mal biometrische Daten (Fingerabdrücke und ein Gesichtsscan) zu registrieren, wenn sie in den Schengen-Raum einreisen oder ihn verlassen. Während einige Flughäfen dies reibungslos handhaben, haben andere Warteschlangen von bis zu drei Stunden erlebt. Letzten Monat verpassten über 100 Passagiere ihren EasyJet-Flug vom Mailänder Flughafen Linate nach Manchester, wobei die Fluggesellschaft die Passschlangen als „inakzeptabel“ bezeichnete. Ryanair-Passagiere von Mailand Bergamo nach Manchester erlitten ein ähnliches Schicksal.

Griechenland besteht darauf, dass es den „vollen Betrieb“ des Systems erfolgreich gestartet hat, obwohl es die biometrischen Kontrollen für britische Besucher Anfang April nach langen Schlangen am Flughafen Korfu stillschweigend ausgesetzt hat. Kefalogianni behauptet, dies sei kein Verstoß gegen EU-Regeln – die vorübergehende Aussetzungen bei schweren Staus erlauben, aber pauschale Ausnahmen für bestimmte Nationalitäten verbieten –, sondern vielmehr eine „Erleichterung“ des Verfahrens, damit Besucher „nicht belastet werden“. Die EU hingegen sagt, sie stehe mit Griechenland in Kontakt, „um die Situation zu klären und an die bestehenden Regeln zu erinnern“.

In der Zwischenzeit haben Portugal und Italien bestätigt, dass sie dem Beispiel Griechenlands nicht folgen werden, britische Staatsangehörige auszunehmen, trotz unbestätigter Berichte, die das Gegenteil behaupten. Zur Urlaubsdramatik tragen auch Bedenken über Treibstoffknappheit bei – ausgelöst durch den Konflikt zwischen den USA und Israel mit Iran, der die Golfversorgung stört –, die Touristen zögern lassen. Kefalogianni räumte den Trend ein, merkte jedoch an, dass Griechenland ein „sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“ biete. Die britische Regierung hat Urlaubern mitgeteilt, dass es „keinen Grund“ gebe, Reisepläne zu ändern, da derzeit kein Mangel bestehe und Notfallpläne bereit seien.