Fünf italienische Taucher sind bei einem Tauchunfall auf den Malediven ums Leben gekommen, bestätigte das Außenministerium in Rom – ein Beweis dafür, dass selbst das Paradies einen Kleingedruckten über 50-Meter-Höhlen hat.
Die Taucher versuchten, Höhlen in einer Tiefe von 50 Metern im Vaavu-Atoll zu erkunden, teilte das Ministerium mit. Vier von ihnen gehörten zu einem Team der Universität Genua, darunter die Ökologieprofessorin Monica Montefalcone, ihre Tochter und zwei Forscher. Der Fünfte war ein Tauchlehrer.
Das Militär der Malediven meldete, dass eine Leiche in einer Höhle in etwa 60 Metern Tiefe gefunden wurde; die anderen vier werden ebenfalls dort vermutet. Taucher mit Spezialausrüstung wurden entsandt, und die Suchaktion wurde als „sehr risikoreich“ beschrieben – Bürokratendeutsch für „bitte nicht zu Hause nachmachen“.
Der Vorfall gilt als der schlimmste einzelne Tauchunfall in dem kleinen Inselstaat im Indischen Ozean, einem beliebten Touristenziel, das für seine Koralleninseln, kristallklares Wasser und offenbar äußerst unversöhnliche Höhlen bekannt ist.
Die fünf Italiener betraten das Wasser am Donnerstagmorgen, berichteten lokale Medien. Die Besatzung ihres Tauchboots meldete sie als vermisst, als sie nicht wieder auftauchten – eine bedrohliche Stille, die keine noch so große Menge an tropischen Fischen entschuldigen kann.
Die Polizei sagte, das Wetter in der Gegend, etwa 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Malé, sei rau gewesen, und es sei eine gelbe Warnung für Passagierboote und Fischer herausgegeben worden. Der Ozean, so scheint es, war nicht kooperativ.
Die Universität Genua nannte später die Opfer: Montefalcone; ihre Tochter Giorgia Sommacal, ebenfalls Studentin; die wissenschaftliche Mitarbeiterin Muriel Oddenino; der Meeresbiologie-Absolvent Federico Gualtieri; und der Bootsbetriebsleiter und Tauchlehrer Gianluca Benedetti. Die Universität sprach auf X ihr „tiefstes Beileid“ aus – was so herzlich ist, wie ein Social-Media-Beitrag nur sein kann.
Tauch- und Schnorchelunfälle sind auf den Malediven relativ selten, obwohl in den letzten Jahren mehrere Todesfälle gemeldet wurden. Im Dezember ertrank eine erfahrene britische Taucherin vor dem Inselresort Ellaidhoo; ihr Ehemann starb fünf Tage später nach einer Erkrankung. 2024 starb ein japanischer Abgeordneter beim Schnorcheln im Lhaviyani-Atoll. Die Malediven: wunderschön, aber offenbar mit einer laufenden Tragödienbilanz.