Der Medienriese Fox kauft den Streaming-Dienst Roku in einem Deal, der laut den Unternehmen den drittgrößten US-Fernsehanbieter nach Zuschaueranteil schaffen wird. Fox' Schritt wird als Wette darauf gesehen, dass die Kombination von Streaming mit seinen Nachrichten- und Sportangeboten das Unternehmen in eine starke Position bringt, während das TV-Publikum ins Internet abwandert.
Das Angebot von 160 Dollar pro Aktie, bestehend aus Bargeld und Aktien, bewertet Roku mit 22 Milliarden Dollar (16 Milliarden Pfund). "Dies ist ein entscheidender Moment für Fox und eine natürliche Erweiterung der bewussten und fokussierten Strategie, die wir seit fast einem Jahrzehnt verfolgen", sagte Fox-CEO Lachlan Murdoch. "2019 haben wir das Unternehmen auf Live-Nachrichten und Sport ausgerichtet. 2020 haben wir Tubi übernommen, und unter unserer Führung ist es zu einem der erfolgreichsten Unternehmen im Streaming geworden. Heute machen wir den nächsten Schritt: Wir bringen das wertvollste Live-Content-Portfolio im Videokonsum mit der herausragenden Streaming-Plattform zusammen, über die Amerika es sieht."
Roku ist die größte Streaming-Plattform für Smart-TVs in den USA und läuft auf mehr als einem Viertel der internetfähigen Geräte, so die Forschungsfirma Park Associates. Weltweit streamen mehr als 100 Millionen Haushalte mit Roku. Zu den Hauptkonkurrenten gehören Amazons Fire TV, Google TV und Chromecast, Apple TV und Tizen. Roku hat auch einen eigenen Streaming-Dienst für Filme, Fernsehsendungen und Live-Nachrichten, den Roku Channel. Im Zuge der Übernahme wird dieser mit Fox' eigenem Streaming-Dienst Tubi fusionieren, um mit Netflix und Amazon als einer der größten Streaming-Dienste in den USA zu konkurrieren.
Die Fusion erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Werbetreibende zunehmend Geld in Streaming-Plattformen stecken. Die Beratungsfirma Madison and Wall prognostiziert Ausgaben von 20 Milliarden Dollar bis 2029 – nur geringfügig weniger als die erwarteten Ausgaben für traditionelle TV-Werbung. Die Größe von Fox und Roku nach der Übernahme soll dem Unternehmen helfen, um die Werbeausgaben zu konkurrieren. Bei der Ankündigung des Deals betonte Fox die Abkehr von festen Sendezeiten für Hit-Sendungen hin zum Streaming. Aber es betonte auch "die anhaltende Vorrangstellung von Live-Sport und -Nachrichten".