Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Start einer klinischen Studie für mögliche Behandlungen gegen den Bundibugyo-Virusstamm angekündigt – den, der derzeit einen tödlichen Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und Uganda verursacht. Denn anscheinend sind wir bei diesem speziellen viralen Mistkerl bisher blind geflogen.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bestätigte am Donnerstag, dass der erste Patient in der DRK aufgenommen wurde. Dies geschieht, während der Ausbruch, der im Mai begann, als gesundheitlicher Notfall eingestuft wurde. Bis zum 30. Juni verzeichnete die DRK 1.406 bestätigte Fälle, 301 Verdachtsfälle und 438 Todesfälle. Auch Uganda blieb nicht verschont, mit 20 bestätigten Fällen und zwei Todesfällen. Sogar Frankreich bekam einen Vorgeschmack, mit einem bestätigten Fall zum 1. Juli.

Die Studie wird von der WHO gesponsert und von Wissenschaftlern des Institut National de Recherche Biomédicale in der DRK, des Instituts für Tropenmedizin in Belgien und der Universität Oxford koordiniert. Denn die Bekämpfung eines Virus gelingt am besten mit internationaler Teamarbeit und nicht etwa mit einer Darttafel.

„Auch ohne zugelassene Therapeutika erholen sich Menschen von dieser Krankheit, aber natürlich könnten wir mit sicheren und wirksamen Therapeutika in unserem Werkzeugkasten viele weitere Leben retten“, sagte Tedros und sprach damit das Offensichtliche mit der gebührenden Ernsthaftigkeit aus.

Derzeit gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Behandlungen für den Bundibugyo-Stamm, der hochansteckend ist. Ebola infiziert normalerweise Flughunde, aber Ausbrüche beim Menschen beginnen, wenn Menschen infizierte Tiere anfassen. Symptome treten zwei bis 21 Tage nach der Exposition auf und kommen plötzlich – Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit – wie Grippe oder Malaria, aber mit einem viel schlechteren Ruf. Impfstoffe müssen für jede der sechs Ebola-Arten entwickelt werden, obwohl nur drei bekanntermaßen Ausbrüche verursachen. Denn die Natur liebt Abwechslung, selbst auf die schlimmste Art.