Das Astronomy Picture of the Day der NASA hat ein kosmisches Objekt enthüllt, das wie ein Violinschlüssel aussieht, über 2 Millionen Lichtjahre spannt und Astronomen seit 2004 still verwirrt. Treffen Sie VLSS J0318.9+5755 – getauft Treble Clef – eine Radiostruktur, so groß und so seltsam geformt, dass ihr sichtbares Licht hinter unserer eigenen Milchstraße verborgen ist. Weil natürlich.

Bei der Untersuchung im Jahr 2004 blieb die Natur von Treble Clef unbekannt. Das sind zwei Jahrzehnte, in denen Wissenschaftler ein gigantisches Musiksymbol am Himmel betrachteten und mit den Schultern zuckten. Jüngste Beobachtungen des Chandra X-ray Observatory und von eROSITA haben jedoch endlich eine Hypothese hervorgebracht: Die zentrale Wolke geladener Teilchen des Treble Clef wurde ursprünglich von einem supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum einer Galaxie ausgestoßen. Ein Schwarzes Loch räusperte sich sozusagen und spuckte eine Teilchenwolke aus, die groß genug ist, um in Millionen von Lichtjahren gemessen zu werden.

Aber die Geschichte endet nicht dort. Nachdem die Radioemission dieser Teilchen verblasst war, könnten sie durch eine Schockwelle von der Kollision zweier Galaxienhaufen wiederbelebt worden sein. Der Treble Clef ist also nicht nur der Auspuff eines Schwarzen Lochs – es ist der Auspuff eines Schwarzen Lochs, der durch zwei aufeinanderprallende Galaxienhaufen einen zweiten Wind bekam. Das vorgestellte Kompositbild zeigt Radioemission in Rot, während die kürzlich entdeckten Röntgenstrahlen in Blau dargestellt sind – ein hilfreiches Farbschema für alle, die gerne zusehen, wie das Universum seine eigenen Notenblätter spielt.

Ungewöhnliche Objekte wie Treble Clef geben der Menschheit unerwartete Hinweise darauf, wie ganze Galaxienhaufen interagieren und wie sich unser Universum im Allgemeinen entwickelt. Kurz gesagt: Eine 2 Millionen Lichtjahre große Musiknote lehrt uns etwas über den Kosmos – was entweder tiefgründig ist oder einfach das Universum, das angibt. Das morgige Bild: ein rückwärts gerichteter Regenbogen. Weil natürlich.