USA und Iran nehmen Feindseligkeiten wieder auf – Ölpreise reagieren wie die Ex, die du blockiert hast, aber die dir trotzdem folgt
Die USA und der Iran nehmen ihre Feindseligkeiten wieder auf, was die Ölpreise in die Höhe treibt und die Aktienmärkte fallen lässt, weil die globalen Märkte offenbar einen weiteren Grund zum Stressessen brauchten.
Gerade als die globalen Märkte dachten, sie könnten durchatmen, haben die USA und der Iran beschlossen, ihre kleine Meinungsverschiedenheit wieder aufzunehmen und der ohnehin schon wackeligen Weltwirtschaft eine weitere Schicht Unsicherheit hinzuzufügen. Präsident Trump erklärte den brüchigen Waffenstillstand in der Straße von Hormus für tot, und das US-Militär schlug gegen angebliche iranische Angriffe auf Schiffe zurück, die die lebenswichtige Wasserstraße passieren wollten. Das Ergebnis? Die Rohölpreise sprangen am Mittwoch um etwa 7% in die Höhe, und der Dow Jones Industrial Average stürzte um mehr als 800 Punkte (1,5%) ab und löschte damit einen nur zwei Tage zuvor aufgestellten Rekord aus. Denn nichts sagt 'Anlegervertrauen' wie Raketenangriffe in der Nähe des wichtigsten Öl-Nadelöhrs der Welt.
Die Benzinpreise an den US-Tankstellen bewegten sich kaum – sie stiegen über Nacht um weniger als einen Cent pro Gallone, so der AAA – was darauf hindeutet, dass die Märkte nicht mit einer vollständigen Rückkehr zum Krieg rechnen. Dennoch könnten höhere Rohölkosten in den kommenden Tagen durchsickern und den Inflationsdruck wieder anheizen, nachdem die Zapfsäulenpreise einen Monat lang gefallen waren. Auch die Anleiherenditen sprangen in die Höhe, ein Zeichen dafür, dass sich die Anleger auf weitere Turbulenzen einstellen. Die Wiederaufnahme der Angriffe erfolgt nur wenige Wochen, nachdem die Märkte nach dem ersten Waffenstillstand kollektiv aufgeatmet hatten – ein weiterer Beweis dafür, dass geopolitische Stabilität ein fragiles Ding ist – wie ein billiger Regenschirm in einem Hurrikan.
Die erneuten Spannungen setzen auch die Federal Reserve unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh unter Druck. Das CME FedWatch-Tool zeigt jetzt eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 1 zu 3 für eine Zinserhöhung in diesem Monat, gegenüber etwa 1 zu 4 vor dem Scheitern des Waffenstillstands. Die Zentralbank beobachtet die Energiepreise genau; die Inflation hat ihr 2%-Ziel bereits überschritten, und die Trump-Administration bereitet eine weitere Runde globaler Zölle vor, die die Importpreise weiter in die Höhe treiben könnten. Schon vor den jüngsten Angriffen hatte der Internationale Währungsfonds seine Wachstumsprognose gesenkt und erwartet nun, dass die Weltwirtschaft 2026 nur um 3% wächst, gegenüber 3,5% im Vorjahr. Der IWF warnte davor, dass ein erneuter Nahostkonflikt die Volatilität der Rohstoffpreise verlängern, die Lieferketten gefährden und die finanziellen Bedingungen belasten könnte – mit anderen Worten, das wirtschaftliche Äquivalent eines 'Bitte nicht stören'-Schildes, das niemand respektiert.
The Good Times
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