Kinder in den ärmsten Postleitzahlgebieten Englands werden mit 40% höherer Wahrscheinlichkeit wegen Atemwegsinfektionen ins Krankenhaus eingeliefert als ihre wohlhabenderen Altersgenossen, so eine Analyse von NHS-England-Daten. Die Wohltätigkeitsorganisation Impact on Urban Health erhielt die Daten über Auskunftsersuchen und fand heraus, dass 2024/25 1.941 von 100.000 Kindern im ärmsten Fünftel Englands wegen Atemwegserkrankungen wie Grippe und Lungenentzündung eingewiesen wurden, verglichen mit 1.380 in den am wenigsten benachteiligten Gebieten. Das ist eine um 82% höhere absolute Rate, bzw. 41% nach Bevölkerungsanpassung. Experten machen Luftverschmutzung verantwortlich, aber auch feuchte Wohnungen, Schimmel und andere Freuden der Armut. Dr. Gergo Baranyi vom University College London merkt an, dass „Kinder, die in benachteiligten Nachbarschaften aufwachsen, oft schmutzigerer Luft ausgesetzt sind“, fügt aber hinzu, dass auch schlechter Wohnraum und Raumluftqualität eine Rolle spielen. Luftverschmutzung tötet schätzungsweise 43.000 Menschen jährlich in Großbritannien und hat nachweislich das Lungenwachstum bei Kindern beeinträchtigt. Ben Pearce von Impact on Urban Health nennt die Zahlen „schockierend“ und „entsetzlich“ und weist darauf hin, dass einkommensschwächere Gemeinschaften in der Nähe von stark befahrenen Straßen und Industriegebieten festsitzen. Er fordert eine Überarbeitung des Clean Air Act mit verbindlichen Zielen, die den WHO-Richtlinien entsprechen. Dr. Helena Clements vom Royal College of Paediatrics and Child Health sagt, Luftverschmutzung „schädige die sich entwickelnden Lungen von Kindern“ und vergrößere gesundheitliche Ungleichheiten. Das Gesundheitsministerium lehnte eine Stellungnahme ab, vermutlich um erstmal tief durchzuatmen – saubere Luft natürlich.