OpenAI hat seinen Chief Revenue Officer Denise Dresser nach nur neun Monaten im Amt gefeuert, offenbar in der Annahme, dass ihre Amtszeit lang genug war, um eine 'prägende Phase' zu etablieren, aber nicht lang genug, um tatsächlich, na ja, die Umsatzziele zu erreichen. In die Bresche springt Dali Rajic, ehemals Präsident und COO von Wiz, der Cybersicherheitsfirma, die Google in diesem Jahr für satte 32 Milliarden Dollar übernommen hat – die größte Übernahme des Technologieriesen. Denn nichts sagt 'wir meinen es ernst mit dem Verkauf' wie jemanden einzustellen, dessen Firma aufgekauft wurde.

Der Schritt ist Teil eines größeren Führungsumbaus, bei dem auch COO Brad Lightcap und Fidji Simo, CEO der AGI-Bereitstellung und die Nummer zwei des Unternehmens, das Unternehmen verlassen haben. In ihrer Abwesenheit hat Mitbegründer und Präsident Greg Brockman eine größere Managementrolle übernommen und kündigte Rajics Ankunft in einem Blogbeitrag an, der Dressers 'unermüdliche' Arbeit lobte und sie gleichzeitig ersetzte. Brockman schrieb, Rajic werde 'das Gelernte in wiederholbare Ausführung umsetzen' – was auf Deutsch so viel heißt wie 'bitte, um Himmels willen, erreicht diesmal die Umsatzziele.'

OpenAI rühmt sich mit über einer Milliarde wöchentlich aktiven Nutzern und zwei Millionen Unternehmen, die seine Produkte nutzen. Doch trotz des astronomischen Wachstums und der leistungsstarken Modelle haben Führungskräfte – sowohl privat als auch öffentlich – angedeutet, dass das Unternehmen seine Umsatzziele nicht ganz erreicht hat. Vielleicht haben sie deshalb vertraulich bei der SEC für einen möglichen Börsengang eingereicht, obwohl der Zeitpunkt so unklar bleibt wie die Umsatzzahlen des Unternehmens. In einem Schritt, der auf eine Verzögerung des öffentlichen Angebots hindeuten könnte, kaufte OpenAI diese Woche Aktien im Wert von 7 Milliarden Dollar von Mitarbeitern im Rahmen eines Tender-Angebots, damit die Mitarbeiter ihre Aktienvergütung zu Geld machen können.

Bloomberg News merkte an, dass ein OpenAI-Blogbeitrag die Notwendigkeit eines 'unermüdlichen Fokus' auf 'messbare geschäftliche Auswirkungen' erwähnte – aber diese Kommentare wurden mysteriöserweise aus der veröffentlichten Version entfernt. Wir sind sicher, das ist nichts. In der Zwischenzeit hat CEO Sam Altman das Unternehmen in Richtung Unternehmensbereitstellung gelenkt und Technologieprojekte und Experimente zurückgefahren, die als ablenkend gelten. Denn wenn man ein Grenz-KI-Labor ist, will man das Letzte, was man braucht, Ablenkungen wie zum Beispiel Innovation.