NASAs Raumsonde Juno, bereits berühmt dafür, Strahlung auszuweichen und Selfies mit Jupiter zu machen, hat uns nun die detaillierteste Temperaturkarte des launischen Jupitermonds Io geliefert – des vulkanisch aktivsten Körpers im Sonnensystem. Mit ihrem Mikrowellenradiometer (MWR) spähte Juno während zweier naher Vorbeiflüge durch Ios dünne Atmosphäre: Perijove 57 am 30. Dezember 2023 und Perijove 58 am 3. Februar 2024. Die schwarzen, sich überlappenden Linien in der resultierenden Grafik zeigen die Fußabdrücke des Instruments während des ersten Vorbeiflugs, der die nördliche Hemisphäre kartierte; die blauen Linien repräsentieren den zweiten Durchgang, der sich auf mittlere Breiten und den Äquator konzentrierte. Beide Durchgänge bedeckten die Seite des Mondes, die Jupiter ständig zugewandt ist – denn warum sollte man nicht auf den Planeten starren, der ständig an deinen Fäden zieht? Die schwungvollen, überlappenden Muster entstehen durch die Rotation der Sonde mit flotten zwei Umdrehungen pro Minute, während sie in einer Entfernung von etwa 1.500 Kilometern vorbeirast. Die Daten werden Wissenschaftlern helfen, die Wärmeverteilung und vulkanische Aktivität auf diesem gequälten Mond zu verstehen, der etwa so stabil ist wie ein Reality-TV-Treffen.

Das Jet Propulsion Laboratory der NASA, eine Abteilung des Caltech in Pasadena, Kalifornien, leitet die Juno-Mission für den leitenden Forscher Scott Bolton vom Southwest Research Institute in San Antonio. Juno ist Teil des New Frontiers-Programms der NASA, das am Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama, verwaltet wird. Das MWR wurde vom JPL gebaut, und Lockheed Martin Space in Denver baute und betreibt die Raumsonde. Für diejenigen, die tiefer in die Daten eintauchen oder einfach nur hübsche Bilder sehen möchten, gibt es weitere Informationen unter nasa.gov/juno oder missionjuno.swri.edu.