Die NASA hat angekündigt, die Besatzung für die Artemis-III-Mission während einer Live-Veranstaltung am Dienstag, den 9. Juni, um 11 Uhr EDT im Johnson Space Center in Houston bekannt zu geben. Denn nichts sagt „die Grenzen der menschlichen Erforschung verschieben“ wie eine sorgfältig inszenierte Pressekonferenz.

Die Veranstaltung wird auf NASA+ und YouTube gestreamt, denn selbst Raumfahrtbehörden haben erkannt, dass terrestrisches Fernsehen so 20. Jahrhundert ist. Nach der Ankündigung werden die frischgebackenen Artemis-III-Astronauten für Interviews zur Verfügung stehen – sowohl persönlich als auch virtuell – vermutlich um die unvermeidliche Frage zu beantworten: „Wie ist es, auf einer Rakete von der Größe eines Wolkenkratzers festgeschnallt zu sein?“

Für die Medienvertreter, die auf ein Einzelgespräch hoffen, sind die Fristen streng: Internationale Medien müssen sich bis zum 28. Mai bewerben, US-Medien bis zum 4. Juni. Wer die Frist verpasst, muss sich damit begnügen, den Livestream zu sehen wie der Rest von uns Sterblichen.

Artemis III wird vier Astronauten vom Kennedy Space Center an Bord des Orion-Raumschiffs starten, getragen von der SLS-Rakete – einem Fahrzeug, dessen Entwicklung mehr gekostet hat als das BIP mancher kleiner Länder. Die Mission wird kritische Rendezvous- und Andockfähigkeiten zwischen Orion und kommerziellen Mondlandern testen, was auf NASA-Deutsch bedeutet: „Wir müssen sicherstellen, dass diese Dinger sich im Dunkeln finden können.“

Aufbauend auf dem Erfolg des bemannten Artemis-II-Testflugs im April soll Artemis III den Weg für zukünftige Oberflächenmissionen ebnen. Denn anscheinend war das Apollo-Programm nicht genug – jetzt müssen wir alles noch einmal machen, aber mit besserem WLAN und mehr Hashtags.

Die NASA beschreibt dies als Teil eines „Goldenen Zeitalters der Innovation und Erforschung“, das zunehmend komplexe Missionen umfassen wird, um mehr vom Mond zu erkunden – für wissenschaftliche Entdeckungen, wirtschaftliche Vorteile und die Etablierung einer dauerhaften menschlichen Präsenz. Ihr wisst schon, die üblichen Gründe, warum wir Menschen zu kahlen Felsen schicken. Und irgendwann zum Mars. Denn der Mond ist nur ein Sprungbrett zu einem Planeten, der noch schwerer zu erreichen ist.