Seit 35 Jahren leistet das Hubble-Weltraumteleskop die schwere Arbeit der kosmischen Entdeckung. Jetzt lädt Lego Baumeister ein, selbst etwas Schweres zu heben – nämlich eine Schachtel mit 1.252 winzigen Plastikteilen, die zu einer überraschend originalgetreuen Nachbildung des ikonischen Observatoriums zusammengesetzt werden.

Das neue Lego Icons Hubble-Weltraumteleskop (Set Nr. 11382) startete am 1. August zu einem Preis von 140 US-Dollar und ist in Lego-Stores und online erhältlich. Das fertige Modell ist 38 cm lang und damit etwa doppelt so groß wie frühere Lego-Hubble-Bausätze. Es ist auch das erste mit einer Minifigur-Astronautin für den Maßstab, denn nichts sagt „kosmische Erhabenheit“ wie eine winzige Plastikperson neben einem etwas größeren Plastikteleskop.

Dies ist nicht Legos erstes Rodeo mit Hubble. Zwei frühere Modelle wurden mit ihren Shuttle-Begleitern gepaart: das Lego Discovery Space Shuttle – STS-31 (Set 7470) von 2003 und das Lego Icons NASA Space Shuttle Discovery (10283) von 2021. Eine dritte Desktop-Version kam mit dem Set „Women of NASA“ (21312) von 2017, das die Astronomin Nancy Grace Roman, die „Mutter von Hubble“, ehrt. Aber dieses neue Icons-Modell ist das erste, das die inneren Arbeitsweisen des Teleskops zeigt, denn anscheinend war das Äußere nicht nerdig genug.

Das echte Hubble, das 1990 an Bord des Space Shuttle Discovery gestartet und von der STS-31-Crew ausgesetzt wurde, ist 13,2 Meter lang. Das macht das neue Lego-Modell etwa 1:35 – ungefähr Minifiguren-Maßstab, obwohl Minifiguren ehrlich gesagt nicht gerade proportional korrekt sind. Sie sind im Grunde winzige gelbe Zylinder mit Armen, aber wir lieben sie trotzdem.

Laut dem Bauplan – der wie ein Liebesbrief an die Technik klingt – wurde das Set „in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern bei NASA und ESA“ entwickelt und bildet authentische technische Details innen und außen originalgetreu nach. Die Blendenöffnung öffnet sich und gibt die Sekundärspiegel-Baugruppe frei, und abnehmbare Paneele legen die Spiegel und die zentrale Blende frei, die das Sternenlicht zu den Instrumenten leiten. Denn nichts sagt „Spaß für die ganze Familie“ wie eine Blende.

Das Modell spiegelt Hubbles aktuelle Konfiguration nach der fünften Wartungsmission im Jahr 2009 wider. Ja, das ist die, bei der Astronauten die verschwommene Sicht korrigierten und die Kameras aufrüsteten. Im Bausatz enthalten sind das Space Telescope Imaging Spectrograph (STIS), das Cosmic Origins Spectrograph (COS), die Advanced Camera for Surveys (ACS) und das Near Infrared Camera and Multi-Object Spectrometer (NICMOS) – alle noch aktiv am echten Satelliten. Dazu kommen drei Gyroskope, fünf Führungssensoren, Kommunikationsantennen und zwei Solarflügel. Die Designer wählten die neueste Solarpanel-Version, denn wer will nicht das Upgrade-Modell?

Es gibt versteckte Details jenseits des Bauplans, natürlich. Ein Lego-Lenkrad auf der Basis steht für den Fangmechanismus, der eines Tages verwendet werden könnte, um das Teleskop zu boosten oder zu deorbitieren. Aufkleber stellen Druckentlastungsventile und Anschlüsse für die drei fest montierten Sternen-Tracker dar, die dem Teleskop helfen, herauszufinden, wo oben ist. Die dunklen kreisförmigen Öffnungen am hinteren Körper sind die externen Lichtpfade für die Tracker, denn selbst im Weltraum muss man wissen, wohin man zeigt.

Das Set enthält auch einen Ausstellungsständer mit einer Plakette, die Fakten über Hubble auflistet, einschließlich der Daten seiner fünf Wartungsmissionen. Drei durchscheinende, vorgedruckte Teile zeigen berühmte Beobachtungen: den Adlernebel („Säulen der Schöpfung“), die Whirlpool-Galaxie und den Schmetterlingsnebel. Denn was ist ein Teleskop ohne ein paar atemberaubende Bilder, um seine Existenz zu rechtfertigen?

Schließlich trägt die enthaltene Astronauten-Minifigur eine außerbordliche Mobilitätseinheit (EMU) – den Raumanzug, der bei Wartungsmissionen verwendet wird – mit dem Feierlogo der NASA für Hubbles erste 35 Jahre auf der Rückseite ihres tragbaren Lebenserhaltungssystems (PLSS)-Rucksacks. Kein NASA-Emblem oder Flugabzeichen, aber wir schätzen die Mühe. Es ist eine würdige Hommage an ein Teleskop, das seit 35 Jahren in das Universum späht.