Kalifornien macht deine nächtlichen Streaming-Marathons bald etwas weniger ruckartig: Ein neues Gesetz, das Streaming-Diensten verbietet, Werbung lauter auszustrahlen als den umgebenden Inhalt, tritt am 1. Juli in Kraft. Bestehende Regeln zügeln bereits die Werbespots im Rundfunk und Kabelfernsehen, also ist dies im Grunde der Moment, in dem der Staat endlich bemerkt, dass auch dein Telefon, Tablet und Smart-TV etwas auditive Würde verdienen.

Streaming-Plattformen haben sich bezeichnenderweise bedeckt gehalten, wie sie das umsetzen werden – Ars Technica merkt an, dass sie keine Details preisgegeben haben. Aber da das Gesetz vorerst nur in Kalifornien gilt und Illinois nächstes Jahr einen ähnlichen Gesetzesentwurf hat, kann man erwarten, dass die Branche widerwillig Änderungen überall ausrollt, anstatt zwei Lautstärkesysteme zu unterhalten. Denn nichts sagt 'wir kümmern uns' wie ein rechtlicher Schubs aus mehreren Bundesstaaten.

Als das Gesetz 2025 verabschiedet wurde, berief sich sein Sponsor, Senator Thomas Umberg, auf die wahren Helden: 'jeden erschöpften Elternteil, der endlich ein Baby zum Schlafen gebracht hat, nur um dann von einer dröhnenden Streaming-Werbung all diese harte Arbeit zunichte gemacht zu bekommen.' Die Motion Picture Association of America und die Streaming Innovation Alliance lehnten das Gesetz ab mit der Begründung, dass die Streamer bereits daran arbeiteten – und dass es schwierig sei, Fernseher, Tablets und Telefone unter einen Hut zu bringen, Leute.