Für diejenigen, die dachten, Wetten auf Krieg seien nur eine moralisch fragwürdige Art, die Zeit zu vertreiben, haben die Behörden in Israel eine Neuigkeit: Es ist angeblich auch ein Verbrechen. Omer Ziv, 30, und ein ungenannter Major der israelischen Luftwaffe wurden angeklagt, klassifizierte Informationen genutzt zu haben, um auf den Zeitpunkt von Militäroperationen auf Polymarket zu wetten, dem Vorhersagemarkt, der offenbar auch als Leckdetektionssystem fungiert.
Laut einer in Tel Aviv veröffentlichten Anklageschrift sollen die beiden im Juni 2025 einen Plan ausgeheckt haben, als Ziv eine Polymarket-Frage entdeckte: 'Israelische Militäraktion gegen Iran vor Juli?' Der Major, ein Reservist seit 2009, der Ziv angeblich bei der Arbeit in einem Gaming-Technologieunternehmen kennengelernt hatte, wurde bald zum aktiven Dienst einberufen. Die Staatsanwaltschaft sagt, er habe Ziv vertrauliche Details über bevorstehende Angriffe zugespielt, während Ziv über mehrere Polymarket-Konten mit so heimlichen Benutzernamen Wetten platzierte, dass sie, nun ja, leicht nachvollziehbar waren.
Der Plan soll sich ordentlich ausgezahlt haben – etwa 128.000 Dollar Gewinn allein bei der ersten Wette, aufgeteilt zwischen ihnen, nachdem israelische Jets am 12. Juni 2025 mehr als 100 Ziele in Teheran getroffen hatten. Das Duo soll den Trick während des Zwölf-Tage-Krieges und später bei Angriffen auf von Huthi kontrollierte Ziele im Jemen wiederholt haben, wobei sie ein neues Konto namens 'Methuselah' nutzten (vermutlich, weil Wetten auf Tod und Zerstörung biblische Geduld erfordern). Gesamtgewinne: etwas über 152.000 Dollar allein im Juni 2025, so die Anklageschrift.
Aber wie bei allen guten Plänen wackelte das Kartenhaus schließlich. Polymarket-Nutzer begannen zu spekulieren, dass diese Wetten nach Insiderwissen rochen. Alarmiert löschte Ziv angeblich Positionen, änderte Benutzernamen, und das Duo löschte WhatsApp-Nachrichten und löschte Fotos. Ziv reiste sogar zu einer Online-Glücksspielkonferenz nach Barcelona, wo er für ein lächelndes Gruppenfoto posierte. Zwei Tage später wurde er verhaftet. Der Major wurde kurz darauf festgenommen.
Die Staatsanwaltschaft hat beide Männer wegen Bestechung, Sicherheitsvergehen und Justizbehinderung angeklagt. Ziv sieht sich zusätzlich dem Vorwurf der schweren Spionage ausgesetzt – unbefugte Sammlung geheimer Informationen mit der Absicht, die nationale Sicherheit zu schädigen – was eine mögliche lebenslange Haftstrafe nach sich zieht. Nur eine Handvoll Israelis wurden jemals wegen dieses Vorwurfs verurteilt, darunter ein Nukleartechniker, der 1988 Waffendetails preisgab und 18 Jahre erhielt, viel davon in Einzelhaft. Zivs Anwalt reagierte nicht auf Bitten um Stellungnahme; die Anwälte des Majors lehnten ab, behaupteten aber zuvor, ihr Mandant habe 'bedeutende Beiträge zur Sicherheit des Staates' geleistet und warfen den Ermittlern Fehlverhalten vor.
Der Fall bietet einen seltenen Einblick, wie Vorhersagemärkte – auf denen Händler mit Krypto-Wallets wetten – militärische Geheimnisse in Profit verwandeln können. Blockchains, die sowohl anonym als auch dauerhaft sind, hinterließen eine Spur: jede Transaktion aufgezeichnet, mit Zeitstempel und öffentlich zugänglich. Wenn diese Transaktionen mit Börsen kollidieren, die eine ID verlangen, können Behörden Details anfordern. Die Presse wurde zunächst mit einer Nachrichtensperre belegt, aber ein Richter entschied am 27. März, dass 'öffentliche Anhörungen das Lebenslicht des demokratischen Regimes sind', und hob das Verbot der Identifizierung Zivs auf. Der Major bleibt anonym, weil, wie ein Rechtsexperte anmerkte, seine Nennung ihn 'in große Gefahr' bringen würde, angesichts seines angeblichen Wissens über Militärgeheimnisse.
Es gibt nur eine weitere Festnahme wegen ähnlichen Verhaltens: ein US-Soldat, der wegen Insiderhandels im Zusammenhang mit der Absetzung von Venezuelas Nicolás Maduro angeklagt wurde. Die unterschiedlichen Anklagen – Betrug versus Spionage – unterstreichen das Fehlen rechtlicher Präzedenzfälle, wenn es um Kriegswetten geht. Wie die Anklageschrift anmerkt, warnte Ziv angeblich fünf Freunde in einem Gruppenchat, über einen bevorstehenden Angriff Stillschweigen zu bewahren, 'damit wir nicht ins Gefängnis kommen'. Mit diesem Teil lag er falsch.