Fusions-Startup CFS könnte schneller an die Börse gehen, als man 'Tokamak' sagen kann
Das Fusions-Startup CFS heuert Modernas Ex-CFO an und deutet einen Börsengang in 2-3 Jahren an, während es im Wettlauf um die Kommerzialisierung der Fusionstechnologie angesichts des KI-getriebenen Energiebedarfs vorprescht.
Commonwealth Fusion Systems (CFS), das am besten finanzierte Fusions-Startup mit 4 Milliarden Dollar, die in sieben Jahren eingesammelt wurden (darunter eine frische Milliarde), könnte einem Börsengang in den nächsten zwei bis drei Jahren entgegenfiebern – so zumindest das Flüstern in der Branche und die jüngsten Schritte.
Der größte Hinweis? Die Einstellung von Lorence Kim als CFO diese Woche. Kim half Moderna 2018 an die Börse und sieht bei CFS „etwas sehr Vertrautes“. „Fusion ist heute, wo mRNA vor einem Jahrzehnt war: wissenschaftlich real, kommerziell noch nicht bewiesen und näher, als die Allgemeinheit denkt“, schrieb er auf LinkedIn. Christine Dunn, CFS-Chefin der externen Kommunikation, betont, Kims Ankunft bedeute nicht zwangsläufig, dass IPO-Vorbereitungen im Gange seien – aber das würden sie ja wohl auch sagen.
CFS hat mehrere Vorteile gegenüber Modernas Zeitplan. Fusionsreaktoren sind sicherer als Spaltungsreaktoren – sie verglimmen statt zu schmelzen –, daher behandeln Bundesbehörden sie anders und geben CFS mehr Kontrolle. Sein Demonstrationsreaktor Sparc ist auf Kurs für einen Start später in diesem Jahr (ursprünglich für 2025 erhofft), und das Unternehmen strebt im nächsten Jahr wissenschaftliche Gewinnschwelle an – wo die Reaktion mehr Energie produziert, als sie verbraucht. Nur ein Experiment hat das je erreicht, also wäre das ein großer Verkaufsschlager.
Inzwischen hat CFS mit der Arbeit an seinem kommerziellen Kraftwerk Arc im Chesterfield County, Virginia, begonnen, das Anfang der 2030er Jahre in Betrieb gehen soll. Der KI-Datenzentren-Boom erzeugt eine massive Nachfrage nach Strom – CFS hat bereits die Hälfte von Arcs Leistung an Google verkauft –, also will das Unternehmen an die Börse, solange die Anlegerlaune heiß ist. Da ein Fusionsunternehmen (General Fusion) bereits per SPAC an die Börse ging und ein anderes (TAE Technologies) mit Trump Media fusioniert, weiß CFS, dass IPO-Fenster nicht ewig offen bleiben. Kims Erfahrung, Moderna durch seine verlustreichen frühen Jahre als börsennotiertes Unternehmen zu führen, könnte sich als nützlich erweisen – besonders wenn ein Black-Swan-Ereignis wie der KI-Boom einen unerwarteten Geldsegen bringt.
The Good Times
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