Kemi Badenoch, Vorsitzende der Konservativen Partei, hat erklärt, dass Großbritannien nach dem wegweisenden Macpherson-Bericht über den rassistischen Mord an Stephen Lawrence einen Irrweg eingeschlagen habe, und dass es keine Rolle spiele, wie viele junge schwarze Jungen von der Polizei durchsucht würden – solange mehr schwarze Leben gerettet würden.

Bei einem Vortrag im Thinktank Institute for Government kündigte Badenoch Pläne an, die Public Sector Equality Duty (PSED) abzuschaffen, eine gesetzliche Verpflichtung für öffentliche Einrichtungen, zu prüfen, wie sie die Gleichstellung fördern. Sie argumentierte, dass die Morde von Southport an drei Mädchen, die Messerangriffe von Nottingham und der Bombenanschlag von Manchester verhindert worden wären, wenn die Behörden keine Angst gehabt hätten, als rassistisch bezeichnet zu werden.

Sie verwies auch auf den Mord an dem 18-jährigen Studenten Henry Nowak, dessen Mörder ihn fälschlicherweise des Rassismus beschuldigte, als Beleg dafür, dass die Definition eines rassistischen Vorfalls im Macpherson-Bericht – „vom Opfer oder einer anderen Person als rassistisch wahrgenommen“ – verdreht worden sei. „Bloße Anschuldigungen werden als Tatsachen akzeptiert“, sagte sie.

Badenoch versprach, die Zahl der Polizeikontrollen zu verdreifachen, obwohl ein Bericht Anfang dieses Jahres ergab, dass Schwarze in einigen der wohlhabendsten Gegenden Londons bis zu 48-mal häufiger von der Polizei durchsucht werden als Weiße. „Es tut mir leid, aber es spielt keine Rolle, ob mehr schwarze Jungen durchsucht werden“, sagte sie, „denn es bedeutet, dass mehr schwarze Leben gerettet werden.“

Liz Kendall, die Wissenschaftsministerin, bezeichnete den Plan zur Abschaffung der PSED als Versuch, „die Uhr zurückzudrehen“, und wies darauf hin, dass sie schwangere Frauen, behinderte Menschen und Personen in Elternzeit vor Diskriminierung schütze. Die Behindertenorganisation Sense bezeichnete die Pflicht als „vernünftige Schutzmaßnahme“ und forderte die Politiker auf, sie zu stärken statt abzuschaffen.

Badenoch griff auch Mitarbeiternetzwerke für schwarze, asiatische und LGBTQ+-Angestellte an und nannte sie „Cliquen“ und „Kartelle“, die manchmal Kollegen schikanierten, die anderer Meinung seien. Sie schlug vor, dass sie rein soziale Organisationen sein sollten und keine Freistellung für ihre Aktivitäten erhalten sollten.