Australiens Antisemitismus-Beauftragte Jillian Segal hat vorgeschlagen, dass ABC und SBS einen 'Aufsichtsausschuss' benötigen, um ihre Israel-Berichterstattung zu überprüfen, weil der bestehende Ombudsmann offenbar nicht ausreicht. Vor der königlichen Kommission sagte Segal am Donnerstag, es gebe eine 'allgemeine und weit verbreitete Wahrnehmung' in der jüdischen Gemeinschaft, dass die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender über den Nahostkrieg 'ausgewogen sei', Gaza überbetone und anti-israelischen Stimmen zu viel Sendezeit gebe. Anti-israelische Perspektiven, präzisierte sie, seien solche, die Israels Handlungen kritisieren – nur falls jemand verwirrt war.

ABC-Redaktionsdirektor Gavin Fang widersprach und wies darauf hin, dass der Sender redaktionelle Richtlinien habe, keine Perspektive zu bevorzugen, und dass man Publikumsfeedback ernst nehme. Er schien nicht begeistert von einem weiteren Aufsichtsgremium und fragte: 'Ich bin mir nicht sicher, wie ein weiteres Aufsichtsgremium zusätzlich zu diesem bestehenden Aufsichtsgremium funktionieren könnte, das bereits die Befugnis hat, die Inhalte der ABC zu überprüfen und zu untersuchen.' Fairer Punkt.

Segal verwies auf das britische Ofcom als Vorbild, das die BBC mit Geldstrafen belegen und zur Löschung von Beiträgen anweisen kann – obwohl Ofcom auf seiner Website anmerkt, dass es 'keine Durchsetzungsbefugnisse' für Online-Material hat. Sie sagte auch, dass jüdische Australier frustrierter über die bestehende Aufsichtsbehörde ACMA seien als über die ABC selbst.

Die eigenen Daten der ABC zeigen, dass sich Beschwerden über die Israel-Gaza-Berichterstattung fast gleichmäßig verteilen: 51 % sagten, sie sei propalästinensisch, 47 % pro-israelisch, was darauf hindeutet, dass die Wahrnehmung von Voreingenommenheit eher ein Spiegel stark vertretener Ansichten als systematischer Bevorzugung sein könnte. Aber Segal führte einen spezifischen Fehler an: einen ABC-Bericht, dass '14.000 Babys in den nächsten 48 Stunden' in Gaza sterben würden, was eigentlich 'im nächsten Jahr' heißen sollte. Die BBC korrigierte es, bevor ABC es ausstrahlte, aber ABCs Korrektur dauerte zu lange und war weniger prominent, argumentierte Segal.

Weitere Beispiele waren die Verwendung von Statistiken des Gesundheitsministeriums von Gaza durch SBS, die Segal als 'grob überhöht' bezeichnete – obwohl Israel die Todeszahl von über 70.000 als weitgehend korrekt akzeptiert hat. Segal schlug vor, dass die Sender mehr positive Geschichten über Israel bringen könnten, denn Ausgewogenheit bedeute offenbar auch, das Gute hervorzuheben.

Die königliche Kommission, die nach dem Terroranschlag am Bondi Beach eingerichtet wurde, ringt damit, Antisemitismus zu definieren, ohne ihn mit Kritik an Israel gleichzusetzen – eine heikle Linie, zumal eine UN-Kommission Israels Handlungen als 'Völkermord' bezeichnete, ein Etikett, das Israel zurückweist.