Wanderer nach 60 Jahren mit Rucksack wiedervereint, der in österreichischen Gletscher fiel, denn der Klimawandel ist nichts, wenn nicht effizient
Nach 60 Jahren bekommt ein Wanderer seinen Rucksack von einem schmelzenden Gletscher zurück – ein Beweis dafür, dass der Klimawandel großartig für das Fundbüro ist, aber schrecklich für alles andere.
In einer herzerwärmenden Geschichte, die zugleich eine deutliche Erinnerung an die Klimakrise ist, wurde ein 86-jähriger Bergsteiger mit seinem Rucksack und seiner Kletterausrüstung wiedervereint, nachdem sie aus einem schmelzenden Gletscher in Österreich auftauchten – mehr als 60 Jahre nachdem er gezwungen war, sie zurückzulassen.
Die Gegenstände, darunter ein Eispickel, eine Kamera und eine Pfeife aus den 1950er oder 1960er Jahren, wurden im Juli von einem Wanderer auf dem Sulztalferner-Gletscher in der österreichischen Region Tirol in einer Höhe von 2.955 Metern über dem Meeresspiegel entdeckt. Die österreichische Polizei leitete eine Untersuchung ein und identifizierte anhand stark zerfledderter Dokumente im Rucksack den Besitzer und spürte ihn auf.
Der Mann war im August 1963 beim Überqueren des Gletschers mit Freunden in eine Gletscherspalte gefallen. Die Gruppe war mit Seilen verbunden, also zogen ihn seine Freunde heraus. Um sein Gewicht zu verringern, entfernte er seinen Rucksack und warf ihn in die Spalte. Die Polizei nannte seinen Namen nicht öffentlich, sagte aber, er sei zu krank, um die Gegenstände abzuholen, die über seinen Sohn zurückgegeben wurden.
Der beschleunigte Rückzug der europäischen Gletscher – hauptsächlich verursacht durch die vom Menschen verursachte globale Erwärmung, sagen Wissenschaftler – hat in den letzten Jahrzehnten einen Schatz an Relikten, alten Ökosystemen und menschlichen Überresten freigelegt. 2015 wurde eine Kaserne entdeckt, in der italienische Soldaten während des 'Weißen Krieges' des Ersten Weltkriegs auf dem Monte Scorluzzo oberhalb des Stilfser Jochs untergebracht waren. Die Leichen von Dutzenden Soldaten, einige noch in Uniform, sind in den letzten 20 Jahren aus dem schmelzenden Eis aufgetaucht.
Und wer könnte 1991 vergessen, als zwei deutsche Wanderer auf die 5.300 Jahre alte mumifizierte Leiche eines Jägers in den Ötztaler Alpen nahe der Grenze Italiens zu Österreich stießen. 'Ötzi, der Eismann', komplett mit Tätowierungen, wohnt nun in einem Museum in Bozen und beweist, dass Gletscher nicht nur Eis sind – sie sind auch die skurrilen Zeitkapseln der Natur, mit einem Abonnement, das immer wieder beschenkt.
The Good Times
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