In der neuesten Folge von 'The Real Housewives of AI' (einer Show, von der wir überzeugt sind, dass sie jetzt echt ist), schließt sich Haydn Field, Senior AI Reporter bei The Verge, Decoder an, um das anhaltende Drama bei OpenAI zu sezieren. Die Schlagzeile: Mitgründer Greg Brockman hat sich als de facto operativer Leiter des Unternehmens herauskristallisiert und saugt Macht auf, während Führungskräfte schneller fliehen, als man 'Board-Coup' sagen kann.

Brockman, der einst aus Solidarität mit Sam Altman während des Board-Fiaskos 2023 zurücktrat, überwacht nun im Wesentlichen jeden großen Bereich von OpenAI: Verbraucherprodukte (einschließlich ChatGPT), Enterprise, Codex, Infrastruktur und mehr. Während Altman sich auf große Themen wie Börsengänge und Weltherrschaft konzentriert, ist Brockman derjenige, der die Züge pünktlich fahren lässt – oder zumindest dafür sorgt, dass sie überhaupt fahren.

Der Exodus ist atemberaubend. Seit April hat das Unternehmen eine Who's who an Führungskräften verloren: Bill Peebles (Sora), Kevin Weil (Produkt), Fidji Simo (Verbraucher, in 'Gesundheitsurlaub', der nie endete), Kate Rouch (CMO), Srinivas Narayanan (B2B), Brad Lightcap (Sonderprojekte) und Denise Dresser (CRO). Jeder Abgang hinterließ ein Machtvakuum, und Brockman füllte sie alle, ob durch Design oder schiere Schwerkraft. Er ist jetzt verantwortlich für Produktstrategie, Skalierung, Verbraucher, Infrastruktur, Werbung, Datenwissenschaft und Wachstum – im Grunde alles außer der Kaffeemaschine, und da sind wir uns nicht ganz sicher.

Diese Konsolidierung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt: OpenAI bereitet sich auf einen historischen Börsengang vor, steht unter Druck, Gewinne zu erzielen, und verliert gegenüber Anthropic im Enterprise-Bereich an Boden. Das Unternehmen versucht auch, das Rad neu zu erfinden – Google Search und das iPhone zu ersetzen –, denn warum nicht hoch hinaus? Brockmans neue Rolle bedeutet, dass er derjenige sein wird, der begrenzte Rechenleistung, konkurrierende Prioritäten und die existenzielle Angst, Aktionäre glücklich zu machen, jonglieren muss.

Field merkt an, dass Brockmans Aufstieg ein Beweis für seine Loyalität zu Altman während des Board-Coups ist. Als Altman entlassen wurde, trat Brockman sofort zurück und signalisierte damit seinen 'Ride-or-Die'-Status. Dieser Schritt hat sich ausgezahlt, aber es bedeutet auch, dass Brockman nun das Chaos eines Unternehmens navigieren muss, das sich ständig umstrukturiert. Mitarbeiter sind wahrscheinlich verwirrt, Investoren vorsichtig optimistisch, und die Öffentlichkeit versucht nur herauszufinden, wie man 'AGI' sagt, ohne mit den Augen zu rollen.

Was den Börsengang betrifft, ist er das Elefant im Raum. OpenAI wurde gesagt, es solle sich auf Enterprise und Coding konzentrieren, um mit Anthropic zu konkurrieren, aber auch, um sich mit Verbraucher- und Hardware-Produkten zu differenzieren – denn nichts sagt 'Wir sind kein Nachahmer' wie ein von Jony Ive entworfenes Gerät, das vielleicht nützlich ist oder auch nicht. Das Unternehmen hat auch mit der unangenehmen Optik von Brockmans 25-Millionen-Dollar-Spende an MAGA Inc. zu kämpfen, die intern bei Mitarbeitern für Empörung sorgt und OpenAI öffentlich auf Distanz gehen lässt (aber nicht zu sehr).

Field prognostiziert, dass das Unternehmen bis Jahresende drastisch anders aussehen wird, eine Einschätzung, der wir angesichts der aktuellen Entwicklung nicht widersprechen können. Wird Brockman irgendwann den CEO-Titel übernehmen? Es ist nicht ausgeschlossen, besonders wenn Altman sich jemals entscheidet, sich zurückzuziehen. In der Zwischenzeit: Schnallt euch an, das Drama ist noch lange nicht vorbei, und die nächste Staffel von 'The Real Housewives of AI' startet wahrscheinlich morgen.