Wenige Ideen der modernen Wissenschaft haben unser Verständnis der Realität so tiefgreifend verändert wie die Raumzeit – das verwobene Gefüge von Raum und Zeit im Herzen von Albert Einsteins Relativitätstheorie. Aber wenn Sie glauben, Physiker hätten eine klare Vorstellung davon, was sie eigentlich ist, denken Sie nochmal nach. Sie streiten immer noch darüber, ob sie eine Struktur, eine Substanz oder nur eine besonders hartnäckige Metapher ist.

Die Raumzeit wird oft als das „Gewebe der Realität“ beschrieben. In manchen Darstellungen ist dieses Gewebe ein festes, vierdimensionales „Blockuniversum“ – eine vollständige Karte aller Ereignisse, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In anderen ist es ein dynamisches Feld, das sich unter dem Einfluss der Schwerkraft krümmt und biegt. Aber was bedeutet es wirklich zu sagen, dass die Raumzeit existiert? Was für ein Ding ist sie? Diese Fragen sind nicht nur philosophisch. Sie stehen im Zentrum unserer Interpretation der modernen Physik und prägen leise alles, vom Verständnis der Allgemeinen Relativitätstheorie bis hin zu unserer Vorstellung von Zeitreisen, Multiversen und unseren Ursprüngen.

Die Sprache, die wir zur Beschreibung der Raumzeit verwenden, ist oft vage, metaphorisch und zutiefst inkonsistent. Der österreichisch-britische Philosoph Ludwig Wittgenstein warnte einst, dass philosophische Probleme entstehen, wenn „die Sprache feiert“. Die Physik, so stellt sich heraus, könnte ein Paradebeispiel sein. Im letzten Jahrhundert wurden vertraute Wörter wie „Zeit“, „existieren“ und „zeitlos“ in technischen Kontexten umfunktioniert, ohne zu prüfen, welches Gepäck sie aus der Alltagssprache mitbringen. Dies hat zu weit verbreiteter Verwirrung darüber geführt, was diese Begriffe eigentlich bedeuten.

In der Philosophie der Physik, insbesondere in einer als Eternalismus bekannten Sichtweise, wird das Wort „zeitlos“ wörtlich verwendet. Der Eternalismus ist die Idee, dass Zeit nicht fließt oder vergeht – dass alle Ereignisse zu allen Zeiten gleichermaßen real innerhalb einer vierdimensionalen Struktur sind, die als „Blockuniversum“ bekannt ist. Nach dieser Auffassung ist die gesamte Geschichte des Universums bereits zeitlos in der Struktur der Raumzeit ausgebreitet. In diesem Zusammenhang bedeutet „zeitlos“, dass das Universum selbst in keinem wirklichen Sinne andauert oder sich entfaltet. Es gibt kein Werden. Es gibt keine Veränderung. Es gibt nur einen Block, und die gesamte Ewigkeit existiert zeitlos in ihm.

Aber das führt zu einem tieferen Problem. Wenn alles, was jemals während der Ewigkeit geschieht, gleichermaßen real ist und alle Ereignisse bereits da sind, was bedeutet es dann eigentlich zu sagen, dass die Raumzeit existiert? Es gibt einen strukturellen Unterschied zwischen Existenz und Geschehen. Das eine ist eine Seinsweise, das andere eine des Geschehens. Stellen Sie sich vor, neben Ihnen steht ein Elefant. Sie würden wahrscheinlich sagen: „Dieser Elefant existiert.“ Sie könnten ihn als dreidimensionales Objekt beschreiben, aber wichtiger ist, dass er ein „dreidimensionales Objekt, das existiert“ ist. Stellen Sie sich dagegen einen rein dreidimensionalen Elefanten vor, der für einen Augenblick im Raum erscheint: ein Querschnittsmoment im Leben eines existierenden Elefanten, der wie ein Geist erscheint und verschwindet. Dieser Elefant existiert nicht wirklich im gewöhnlichen Sinne. Er geschieht. Er tritt ein.

Ein existierender Elefant dauert über die Zeit an, und die Raumzeit katalogisiert jeden Moment seiner Existenz als vierdimensionale Weltlinie – den Pfad eines Objekts durch Raum und Zeit während seiner Existenz. Der imaginäre „geschehende Elefant“ ist nur eine raumartige Scheibe dieser Röhre; ein dreidimensionaler Moment. Wenden Sie nun diese Unterscheidung auf die Raumzeit selbst an. Was bedeutet es, dass die vierdimensionale Raumzeit in dem Sinne existiert, wie der Elefant existiert? Dauert die Raumzeit im gleichen Sinne an? Hat die Raumzeit ihre eigene Menge von „Jetzt“-Momenten? Oder ist die Raumzeit – die Mannigfaltigkeit aller Ereignisse, die während der Ewigkeit geschehen – lediglich etwas, das geschieht? Ist die Raumzeit einfach ein beschreibender Rahmen, um diese Ereignisse in Beziehung zu setzen?

Der Eternalismus verwischt diese Unterscheidung. Er behandelt die gesamte Ewigkeit – das heißt die gesamte Raumzeit – als eine existierende Struktur und betrachtet den Zeitablauf als Illusion. Aber diese Illusion ist unmöglich, wenn die gesamte Raumzeit in einem Augenblick geschieht. Um die Illusion wiederherzustellen, dass die Zeit innerhalb dieses Rahmens vergeht,