Call of Duty ist zurück, denn natürlich ist es das. Die Franchise, die seit 2003 Granaten in den Herbst-Veröffentlichungsplan wirft, kehrt mit Modern Warfare 4 zurück und trägt das Gewicht eines enttäuschten Publishers und einer nervösen Fangemeinde auf ihren digitalen Schultern. Der letztjährige Black Ops 7 blieb hinter den Erwartungen zurück, was zu einer halbherzigen Entschuldigung von Activision führte – denn nichts sagt 'wir kümmern uns' wie ein unternehmerisches Mea Culpa. Jetzt sind die Einsätze höher: Ein dreister neuer Indie-Shooter namens Wardogs schnappt ihm an den Fersen und verspricht eine Mischung aus klassischem CoD- und Battlefield-Flair, und im Rückspiegel lauert bedrohlich Grand Theft Auto 6, das Mitte November wahrscheinlich die ganze Aufmerksamkeit (und das Geld) stehlen wird.

Aber keine Sorge, Glücksritter. Basierend auf der Early-Access-Beta, die am vorletzten Augustwochenende lief, bekommen die Spieler genau das, was sie erwarten: quasi-authentische Boden-Militäraktion mit einem leichten taktischen Vorteil. Die Waffen fühlen sich gut an – wirklich gut. Das Standard-Sturmgewehr, die Han 86, ist ein zuverlässiger Einstieg mit ordentlicher Feuerrate und Handhabung. Die Nightshade-Maschinenpistole sprüht Kugeln mit rücksichtsloser Hingabe, während das KG-7 Vulkan-Scharfschützengewehr absolut tödlich ist, vorausgesetzt, man trifft etwas. Es gibt genug Balance, um Experimente mit ausgefallenen Optionen wie dem Burst-Feuer-Gewehr Hyeon AR und dem möglicherweise übermächtigen Mar-9-Marksman-Gewehr zu fördern. Also ja, es ist Call of Duty. Aber was ist mit all den Ablenkungen? Das Spiel scheint mit jedem neuen Gadget und Gimmick zu schreien: 'Schau mich an!' – was entweder eine willkommene Weiterentwicklung oder ein verzweifelter Schrei nach Aufmerksamkeit ist. Nur die Zeit – und die November-Veröffentlichung – wird es zeigen.