Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom kündigte an, dass der Mindestlohn des Bundesstaates im nächsten Jahr auf 17,40 Dollar steigen wird – der höchste Wert auf Bundesstaatsebene im ganzen Land – denn wer braucht schon einen bundesweiten Mindestlohn, wenn man es selbst machen kann? Die Lohnerhöhung tritt am 1. Januar 2025 in Kraft, gegenüber den derzeitigen 16,90 Dollar. In einer Pressemitteilung pries Newsom den Schritt als Balsam für berufstätige Familien, die unter den hohen Lebenshaltungskosten leiden, und konnte sich einen Seitenhieb auf die Trump-Administration nicht verkneifen.
„Jahrelang haben Donald Trump und die Republikaner Bemühungen blockiert, den bundesweiten Mindestlohn zu erhöhen, während sie Milliardären und Großkonzernen Steuergeschenke machten“, sagte Newsom. Der bundesweite Mindestlohn, zuletzt unter George W. Bush von 6,55 auf 7,25 Dollar angehoben, bleibt ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Gegner einer bundesweiten Erhöhung sorgen sich um Arbeitsplatzverluste, aber Kalifornien hat einen anderen Weg gewählt – einen, der offenbar beinhaltet, den Menschen genug zum Leben zu zahlen.
„Kalifornien hat einen anderen Weg gewählt – einen, der Arbeit belohnt, die Wirtschaft wachsen lässt und berufstätige Familien an erste Stelle setzt. Wir glauben, wenn man hart arbeitet, verdient man einen anständigen Gehaltsscheck. Sie denken, 7,25 Dollar pro Stunde sind genug. Wir nicht“, fügte Newsom hinzu. Dreißig Bundesstaaten plus Washington DC haben Sätze über dem bundesweiten Mindestlohn festgelegt, aber Kalifornien führt nun das Feld an. Washington State wird 2027 mit 17,13 Dollar dicht dahinter liegen, und New York City sowie drei nahegelegene Countys liegen bereits bei 17 Dollar.
Seit Newsom 2019 sein Amt antrat, ist der Mindestlohn des Bundesstaates von 12 Dollar gestiegen. Aber hier ist der Haken: Forscher des MIT schätzen, dass eine vierköpfige Familie in Kalifornien benötigt, dass jeder Erwachsene 36,38 Dollar pro Stunde verdient, um die Grundbedürfnisse zu decken. Während 17,40 Dollar also ein Schritt nach oben sind, sind es immer noch weniger als die Hälfte dessen, was tatsächlich benötigt wird. Die Lebenshaltungskosten stehen vor den Zwischenwahlen im Mittelpunkt, und die Trump-Administration sieht sich wegen der Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Benzinpreise mit Gegenwind konfrontiert. In Kalifornien, wo das spezielle Benzin mit reduzierten Emissionen verwendet wird, überstiegen die Kraftstoffpreise kürzlich 6 Dollar pro Gallone. Also feiert ruhig die Erhöhung – nur gebt nicht alles auf einmal aus, denn Miete und Lebensmittel werden es schneller auffressen, als ihr ‚Inflation‘ sagen könnt.
The Good Times
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