In ihrem Debütroman *Die Ruinierer* nimmt Ellena Savage die unbequemen Realitäten von weißem Privileg, sozialer Mobilität und völliger Abstammungslosigkeit in Angriff – denn nichts sagt „Spaß“ wie zuzusehen, wie die Welt brennt, während man sein eigenes Leben sortiert. Auf den ersten Blick scheint Savage den experimentellen Ehrgeiz ihrer Memoiren *Blaubeeren* aufgegeben zu haben, doch der Roman entpuppt sich nach und nach als raffinierter und subversiver als ein Betrüger auf einer Yachtparty.

Dieser Anti-Erbe-Roman steht in direktem, verspieltem Dialog mit einer seiner Inspirationen: Charles Dickens‘ *Große Erwartungen*. Kenntnisse dieses klassischen Coming-of-Age-Romans sind nicht nötig, aber es ist entzückend zu sehen, wie Savage seine Themen in ihrer surrealen zeitgenössischen Version aufgreift. Unsere Protagonistin, die 29-jährige Pip, treibt ziellos durchs Leben – klug, witzig und vage unglücklich, als hätte sie gerade bemerkt, dass ihr Spotify Wrapped nur aus traurigen Indie-Songs besteht. Kurz hintereinander stirbt ihr entfremdeter Vater und hinterlässt ihr 50.000 Dollar, und sie verliebt sich unbesonnen in Sasha, einen brütenden jungen Schriftsteller, der den dritten Teil des Romans erzählt. Mit ihrem Erbe sieht Pip eine Chance, ihre Situation zu ändern: Sie kündigt ihren Job (mit der Behauptung einer seltenen Blutkrankheit in ihrem Kündigungsschreiben), heiratet Sasha und gibt jeden Cent für ein verrottendes Haus auf der abgelegenen fiktiven griechischen Insel Fokos aus. Im Hintergrund brennt unermüdlich ein Müllvulkan, und Abfallpiraten kämpfen darum, illegalen Müll an den Küsten zu entsorgen. Natürlich. Aber der Umzug verbessert ihre Umstände kaum oder löst ihr Unglück – schockierend, wir wissen.

*Die Ruinierer* von Ellena Savage ist jetzt erhältlich (Summit Books, 34,99 $). Lesen Sie weiter, wenn Sie tragische Komödien über Sozialismus, Ungleichheit und fehlerhafte menschliche Verbindungen mögen, während der Planet buchstäblich glimmt.