Der Vorstand von eBay hat GameStop offiziell aufgefordert, sein 55,5 Milliarden Dollar (41 Milliarden Pfund) schweres Übernahmeangebot zu vergessen und nach Hause zu gehen, und bezeichnete den Vorschlag als 'weder glaubwürdig noch attraktiv' – was auf Deutsch so viel heißt wie 'Willst du mich verarschen?'
Anfang dieses Monats hatte der Videospielhändler – vor allem dafür bekannt, das Aktienportfolio deines Onkels während des Meme-Aktien-Wahnsinns 2021 in eine Achterbahnfahrt zu verwandeln – ein unaufgefordertes Angebot zur Hälfte in bar und zur Hälfte in Aktien für den Online-Marktplatz vorgelegt. Das einzige Problem? GameStop war vor dem Gebot etwa 12 Milliarden Dollar wert, was etwa einem Viertel der eBay-Bewertung von 46 Milliarden Dollar entspricht. Das ist, als würde ein Goldfisch versuchen, einen Hai zu verschlucken.
Die Aktien von GameStop sind seitdem um über 12 % gefallen, insbesondere nachdem CEO Ryan Cohen bei CNBC auf die Frage, wie das Unternehmen den Deal finanzieren wolle, mit dem finanziellen Äquivalent von 'Ich verstehe die Frage nicht' antwortete. In einem am Dienstag veröffentlichten Brief verwies eBay-Vorsitzender Paul Pressler auf 'Unsicherheit bezüglich des Finanzierungsvorschlags von GameStop' und 'operative Risiken' – denn nichts sagt 'attraktiver Deal' wie ein Käufer, der nicht erklären kann, wie er bezahlen will.
Cohen hat mit einer feindlichen Übernahme gedroht, aber die Rechnung geht nicht auf: GameStop hält einen Anteil von 5 % an eBay und bot 125 Dollar pro Aktie, finanziert durch 9,4 Milliarden Dollar in bar und 20 Milliarden Dollar Schuldenfinanzierung von TD Securities. Selbst wenn man GameStops eigene Marktkapitalisierung von 10 Milliarden Dollar hinzurechnet, fehlen immer noch 16 Milliarden Dollar. Cohen, der 2020 zu GameStop kam, hat geschworen, eBay durch Kostensenkungen zu einem 'ernsthaften Konkurrenten für Amazon' zu machen – denn das ist ja noch nie schiefgegangen.
In der Zwischenzeit ist eBay damit beschäftigt, die britische Secondhand-App Depop für 1,2 Milliarden Dollar zu kaufen, um jüngere Käufer anzulocken – vermutlich solche, die ihre Ersparnisse nicht in Meme-Aktien verloren haben.