Orofaziale Spalten, der Fachbegriff für Zustände wie Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, sind kein Witz. Sie erfordern von dem Moment an, in dem ein Baby geboren wird, intensive Pflege und können zu lebenslangen Herausforderungen beim Essen und Sprechen führen, was oft zu sozialer Ausgrenzung und Stigmatisierung führt. Es ist ein Zustand, von dem man historisch gesehen annehmen könnte, dass er mit einem Einwegticket an den Rand der Gesellschaft verbunden war.

In einer erfrischenden Wendung der Vergangenheit hat eine Studie, die im International Journal of Osteoarchaeology veröffentlicht wurde und von Dr. Xiaofan Sun geleitet wurde, den ersten archäologischen Fall dieser Erkrankung identifiziert, der jemals in China gefunden wurde. Die Forscher fanden nicht nur Knochen; sie fanden eine Geschichte. Die Skelettüberreste gehörten einem jungen Mann, der trotz erheblicher Widrigkeiten das Säuglingsalter überlebte.

Dieses Überleben ist der erste Hinweis darauf, dass sein frühes Leben kein Leben der Vernachlässigung war. Dass er diese zerbrechlichen ersten Jahre überstand, deutet stark darauf hin, dass ihm intensive Pflege zuteilwurde, eine erhebliche Investition von Ressourcen und Aufmerksamkeit in jeder vormodernen Gemeinschaft. Die Handlung verdichtet sich jedoch, wenn wir zum Ende seiner Geschichte kommen.

Der eigentliche Knüller ist, wie seine Gemeinschaft ihn im Tod behandelte. Seine Bestattung wurde mit vollen Rechten und Ritualen durchgeführt, was darauf hindeutet, dass er vollständig in seine soziale Gruppe integriert war. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass für diesen Einzelnen in der Qing-Dynastie seine körperliche Deformität nicht dazu führte, dass er während seines Lebens beschämt oder ausgeschlossen wurde. Es scheint, dass seine Gemeinschaft sich um die Lebenden kümmerte und die Toten respektierte, ein Konzept, das einige moderne Gesellschaften noch zu meistern versuchen.