Wissenschaftler haben möglicherweise eine starke neue Verbindung zwischen dem Darmmikrobiom, dem Altern und Leberkrebs entdeckt – und es stellt sich heraus, dass der Schlüssel, um sich wieder jung zu fühlen, in Ihrem eigenen Kot versteckt war. Neue Forschungsergebnisse, die auf der Digestive Disease Week® (DDW) 2026 vorgestellt wurden, deuten darauf hin, dass die Wiederherstellung der Darmbakterien in einen jugendlicheren Zustand dazu beitragen könnte, die Leber zu schützen, altersbedingte Schäden zu reduzieren und möglicherweise das Krebsrisiko zu senken.
Die Ergebnisse stammen aus einer Mausstudie, die sich auf das Mikrobiom konzentrierte, die riesige Gemeinschaft von Bakterien und anderen Mikroben, die im Verdauungssystem leben. Die Forscher fanden heraus, dass die Rückgabe ihrer eigenen jüngeren Darmmikroben an ältere Mäuse bemerkenswerte Auswirkungen auf den gesamten Körper hatte, insbesondere in der Leber.
Um die Idee zu testen, sammelten Wissenschaftler Kotproben von acht jungen Mäusen und konservierten sie für die spätere Verwendung. Als die Mäuse alterten, transplantierten die Forscher die gelagerten Proben durch einen Prozess, der als fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT) bekannt ist, zurück in dieselben Tiere. Eine andere Gruppe von acht alternden Mäusen diente als Kontrolle und erhielt stattdessen sterilisiertes Kotmaterial. Die Forscher schlossen auch eine kleine Gruppe junger Mäuse ein, um Basisvergleiche zu ermöglichen.
Am Ende der Studie entwickelte keine der Mäuse, die ihr wiederhergestelltes jugendliches Mikrobiom erhielten, Leberkrebs. Im Gegensatz dazu trat Leberkrebs bei 2 von 8 unbehandelten alternden Mäusen auf. Die behandelten Mäuse zeigten auch niedrigere Entzündungswerte und reduzierte Leberschäden.
„Wir lernen aus dieser Arbeit, dass das alternde Mikrobiom aktiv zu Leberfunktionsstörungen und Krebsrisiko beiträgt, anstatt einfach den Alterungsprozess widerzuspiegeln“, sagte Qingjie Li, PhD, außerordentlicher Professor in der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie an der University of Texas Medical Branch und leitender Forscher der Studie. „Das Mikrobiom hat einen breiteren Einfluss auf die Krebsabwehr des Körpers als bisher angenommen.“
Nach Abschluss der In-vivo-Studie untersuchte das Forschungsteam Lebergewebe der Mäuse genau. Sie entdeckten wichtige Unterschiede in Bezug auf MDM2, ein Gen, das bereits mit der Entstehung von Leberkrebs in Verbindung gebracht wird. Junge Mäuse zeigten niedrige Werte des MDM2-Proteins, während unbehandelte ältere Mäuse viel höhere Werte aufwiesen. Ältere Mäuse, die das wiederhergestellte Mikrobiom erhielten, hatten unterdrückte MDM2-Werte, die denen jüngerer Tiere ähnelten.
„Die Wiederherstellung eines jugendlicheren Mikrobioms kann mehrere Kernmerkmale des Alterns sowohl auf molekularer als auch auf funktioneller Ebene umkehren, darunter Entzündungen, Fibrose, mitochondrialer Rückgang, Telomerverkürzung und DNA-Schäden“, sagte Dr. Li.
Die Leberbefunde ergaben sich unerwartet aus früheren Forschungen, die die Auswirkungen des Mikrobioms auf die Herzgesundheit untersuchten. In dieser früheren Herzstudie beobachteten Wissenschaftler, dass die Veränderung der Darmbakterien die Herzfunktion zu verbessern schien. Als die Forscher später jedoch Gewebeproben analysierten, stellten sie noch stärkere Effekte in der Leber fest – was das Team veranlasste, die Verbindung genauer zu untersuchen.
Um die Wahrscheinlichkeit von Immunkomplikationen oder Infektionen zu verringern, verwendeten die Forscher das eigene konservierte Mikrobiom jeder Maus, anstatt sich auf Spenderproben zu verlassen. Sie sagten, dieser Ansatz schaffe auch ein klareres Proof-of-Concept für mögliche zukünftige Humanstudien. Dr. Li betonte, dass die Ergebnisse auf Tierforschung beschränkt sind und noch nicht auf Menschen übertragen werden können. Dennoch hoffe das Team, in naher Zukunft mit ersten klinischen Studien am Menschen beginnen zu können.