In einem Schritt, der Ethikwächtern nach dem Riechsalz greifen lässt, bietet Donald Trump nun kostenpflichtigen Frühzugriff auf seine Truth-Social-Beiträge an. Die Truth API, am Samstag von Trump Media and Technology Group gestartet, gibt zahlenden Kunden einen Echtzeit-Feed der 'marktbewegendsten Truths' der Plattform, wie Interim-CEO Kevin McGurn erklärte. Der Preis? Bis zu 100.000 Dollar pro Monat. Denn nichts sagt 'Demokratie in Aktion' wie der Verkauf der eigenen politischen Ankündigungen an den Höchstbietenden.

Handelsfirmen und andere Abonnenten können nun Trumps Ergüsse vor der breiten Öffentlichkeit erhalten, ein Feature, das Kritiker als weniger innovativ, sondern vielmehr als Korruption bezeichnen. Der Präsident, der auch der größte Aktionär des börsennotierten Mutterkonzerns ist, würde persönlich von diesem Vorhaben profitieren. Sein @realDonaldTrump-Konto mit 13 Millionen Followern ist der größte Anziehungspunkt der Plattform, und er ist dafür bekannt, wichtige politische Entscheidungen dort zuerst zu verkünden – Entscheidungen, die Märkte bewegen können.

Die Senatoren Adam Schiff und Elizabeth Warren haben bereits die SEC aufgefordert, zu ermitteln, und schrieben an den Vorsitzenden Paul Atkins, dass der Dienst 'ein ungeheuerlicher Missbrauch des Präsidentenamtes zum persönlichen Vorteil' zu sein scheine. Sie haben nicht unrecht. Letztes Jahr postete Trump über 100 Mal an einem einzigen Tag, während die Märkte angesichts der 'Trumpzession'-Ängste einbrachen. Seine Iran-Beiträge haben auch Anleger verschreckt, die sich um Ölpreise und Inflation sorgen.

In der Zwischenzeit ist die Aktie von Trump Media seit seinem Amtsantritt um über 70% gefallen und hat 6 Milliarden Dollar an Aktionärswert vernichtet. Aber hey, warum nicht diversifizieren? Das Unternehmen setzt darauf, dass die API neue Einnahmen bringt, auch wenn schwer zu erkennen ist, wie der Verkauf der eigenen Tweets nicht nur eine High-Tech-Erpressung ist. Wie Forbes berichtete, stiegen die Aktien am Freitag tatsächlich um 5,5% auf 10,39 Dollar, also vielleicht gibt es einen Markt für so etwas. Oder vielleicht ist es nur das neueste Kapitel in der fortlaufenden Saga, die Präsidentschaft in eine Geldmaschine zu verwandeln.