WASHINGTON - Kongressabgeordnete können Panzer manövrieren sehen, Kriegsschiffe besichtigen und Kampfflugzeuge fliegen sehen. Die Führung der Space Force hingegen muss ihr Schlachtfeld bisher mit PowerPoint und einem Gebet erklären. Ihr Hoheitsgebiet umfasst Satelliten, die mit Tausenden von Kilometern pro Stunde dahinrasen, aber die Manöver, die tatsächlich über einen Zusammenstoß entscheiden, entfalten sich über Tage. Es ist, als würde man versuchen, eine Schachpartie zu beschreiben, indem man jemandem ein Foto der Figuren zeigt.
Satelliten können während der Montage inspiziert werden, aber ein Raumfahrzeug auf dem Fabrikboden verrät über die Orbitkriegsführung ungefähr so viel wie ein Auto im Ausstellungsraum über den Berufsverkehr. Diese Lücke inspirierte die Space Force Association dazu, etwas Auffälligeres zu bauen: das National Spacepower Center, ein von der Industrie unterstütztes Bildungs- und Simulationszentrum. Seine Entwickler erstellen eine nicht geheime digitale Umgebung, die Orbitverfolgungsdaten, Raumfahrzeug-Engineering-Modelle, Führungs- und Kontrollsoftware sowie immersive Displays kombiniert, um zu zeigen, wie Satelliten funktionieren - und wie eine Weltraumkonfrontation eine Militärkampagne Tausende von Kilometern darunter durcheinanderbringen könnte.
Der erste integrierte Prototyp, der am 21. Juli in den Büros des Simulationssoftware-Unternehmens Sedaro in Arlington, Virginia, demonstriert wurde, befasste sich mit einem Konzept, das in Weltraumkreisen als "Hundekampf" bekannt ist. Der Chef der Weltraumoperationen der Space Force, General Chance Saltzman, und Generalleutnant Douglas Schiess, sein vermutlicher Nachfolger, beobachteten eine simulierte Begegnung, bei der ein gegnerisches Raumfahrzeug sich an einen US-Satelliten zur Raketenwarnung und -verfolgung heranschlich.
Nun klingt "Weltraum-Hundekampf" nach Kampfjets, die in einer wilden Luftschlacht drehen und wenden. Orbitale Kampfführung ist eher wie ein langsames, angespanntes Ballett, aufgeführt von himmlischen Buchhaltern. Raumfahrzeuge können nicht einfach ausweichen; sie müssen den Gesetzen der Orbitalmechanik gehorchen, Triebwerkszündungen präzise planen und geduldig warten, während subtile Geschwindigkeitsänderungen ihre relativen Positionen verschieben. Der Prototyp zielte darauf ab, diese Choreografie sichtbar zu machen. Er zeigte einen gegnerischen Satelliten in einer stark elliptischen Umlaufbahn, der sich in der Nähe eines US-Raketenverfolgungssatelliten bewegte, der eine Operation im Südchinesischen Meer unterstützte. In dem Szenario störte das sich nähernde Raumfahrzeug den US-Satelliten und unterbrach die Raketenwarn- und Verfolgungsdaten, die zu den Streitkräften auf der Erde flossen. Eine zweite Vignette führte einen befreundeten Satelliten ein, der den Gegner abfing, sodass die Mission fortgesetzt werden konnte.
"Es zeigte die dynamische Umgebung", sagte Dillon Cox, ein Sedaro-Manager und Kapitel-Leiter der Space Force Association, der das National Spacepower Center beaufsichtigt.
Die Demo befasste sich auch mit einem grundlegenden Visualisierungsproblem: Raumfahrzeuge bewegen sich extrem schnell, aber strategische Manöver dauern Stunden oder Tage. Eine gute Visualisierung muss die Zeit komprimieren, ohne die Physik zu verstümmeln. Die Betrachter müssen sehen können, wie ein kleiner Triebwerksschub die Bahn eines Satelliten verändert und ihn schließlich nahe genug bringt, um ein anderes Raumfahrzeug zu beobachten, zu stören oder zu bedrohen. Cox beschrieb die Begegnung weniger als eine Verfolgungsjagd, sondern eher als eine sorgfältig getimte Aufführung. "Es sieht so aus, als würde das wirklich schnell passieren, aber in Wirklichkeit planen wir und führen tatsächlich ein Ballett auf", sagte er. "All dies muss zur perfekten Zeit ausgeführt werden. Es muss in Harmonie sein."
Diese Unterscheidung ist zentral für das größere PR-Problem der Space Force. Dienstführer haben darauf hingewiesen, dass Gesetzgeber Stützpunkte, Schiffe und Übungsgelände besuchen können, aber sie können kein orbitales Schlachtfeld besichtigen. Beamte können die Mission eines Satelliten beschreiben oder die Hardware vor dem Start zeigen, aber keines von beidem vermittelt ein intuitives Verständnis dafür, wie sich Objekte relativ zueinander im Weltraum bewegen, wie ein Gegner eingreifen könnte oder was der Verlust eines Raumfahrzeugs für Kräfte am Boden, auf See oder in der Luft bedeutet. Das National Spacepower Center soll ein immersiver Ersatz sein - kein weiterer Konferenzort oder Think Tank, sondern ein Ort, an dem Beamte simulierte militärische Weltraumszenarien zusammen mit ihren terrestrischen Konsequenzen erleben können.
Vorerst ist das Zentrum ein internes Projekt der Vereinigung. Es hat keinen festen Sitz, keine nachhaltige Finanzierungsquelle oder eine