In der neuesten Folge von 'Dinge, die in Gaza nicht gut laufen' haben die UN-Ernaehrungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und UNOSAT, das Satellitenzentrum der UNO, die Zahlen zu den landwirtschaftlichen Aussichten der Enklave durchgerechnet. Das Urteil: Die Bauern arbeiten mit mageren 448 Hektar nutzbarem Ackerland - das sind drei Prozent der Gesamtflaeche, fuer alle, die zu Hause mitzaehlen.
Im Oktober 2025 lag das zugaengliche und unbeschaedigte Ackerland noch bei 601 Hektar. Es war also nicht so, dass es damals geradezu boomte. Doch jetzt, wo der Krieg weiter tobt, ist der Raum fuer den Anbau von Nahrungsmitteln weiter geschrumpft - und nicht etwa, weil das Land ploetzlich schuechtern geworden waere.
Rein Paulsen, Direktor des FAO-Buero fuer Notlagen und Resilienz, drueckte es in deutlichen Worten aus: 'Diese neueste Bewertung zeichnet ein düsteres Bild der anhaltenden Verschlechterung des Agrarsektors in Gaza. Ohne dringende Massnahmen zur Wiederherstellung des sicheren Zugangs und zur Unterstützung der Bauern werden die Moeglichkeiten zur Wiederherstellung der lokalen Nahrungsmittelproduktion weiter schwinden.'
Nehmen wir Taysir Dahdouh, einen Gurken- und Tomatenbauern, der vor dem Krieg, den die Hamas mit ihren Anschlaege im Oktober 2023 begann, ein ordentliches Auskommen hatte. 'Ich hatte vor dem Krieg ein gutes Einkommen', sagte er, ein Zitat, das bei jedem Anklang finden duerfte, der schon einmal etwas Gutes durch einen Konflikt verloren hat. 'Ploetzlich hatten wir nichts mehr... Sogar die Stahlrahmen der Gewaechshaeuser verschwanden, zusammen mit unseren Haeusern, Habseligkeiten und Bewaesserungsrohren. Nichts blieb uebrig.'
Er kehrte aus der Vertreibung zurueck, nahm einfache Werkzeuge und schaffte es mit seiner Familie, etwa ein Dunum - ein Zehntel Hektar - seines Landes wiederzubeleben. Kleine Siege, aber immerhin Siege.
Eine andere Bäuerin, Wajiha Dahdouh, listete die weiteren Freuden der Landwirtschaft in einem Kriegsgebiet auf: 'Wir kamen zurueck, um uns selbst zu versorgen und zur Landwirtschaft zurueckzukehren, damit wir ueberleben konnten. Leider gibt es nicht genug Wasser, keine Duengemittel, kein Saatgut und keine der grundlegenden Notwendigkeiten, die es den Menschen ermoeglichen wuerden, ihr Leben fortzusetzen.'
Das schrumpfende Ackerland ist nicht in erster Linie auf neue Schaeden zurueckzufuehren - der Krieg hatte dem Land bereits zugesetzt. Im Juni 2026 waren etwa 4.000 Hektar (27 Prozent) des Ackerlandes erreichbar, aber 3.600 davon waren fuer den Anbau unbrauchbar. Die groessten Rueckgaenge gibt es in Deir al-Balah und Khan Younis, dank der 'Westwaertsausdehnung' der Gelben Linie, des Puffers zwischen der Waffenruhezone und den von israelischen Streitkraeften kontrollierten Gebieten.
Rafah im tiefen Sueden ist das Paradebeispiel fuer Unzugaenglichkeit: 97,2 Prozent des Ackerlandes und 98,4 Prozent der Gewaechshausflaechen sind tabu. Die umfangreichsten physischen Schaeden jedoch gibt es in den Gouvernoraten Nord-Gaza und Gaza. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, gab es am vergangenen Wochenende mehrere Luftangriffe, Beschuss, Schiessereien und Beschuss von See aus, meist westlich der Gelben Linie, wo 2,1 Millionen Menschen auf einer Flaeche zusammengepfercht sind, die weniger als halb so gross ist wie die Enklave.
Die Lage ist also ernst, das Ackerland ist tabu, und die Bauern stecken in den schlechtesten Gaertnerbedingungen der Welt. Aber hey, wenigstens schauen die Satelliten zu.