In einem Schritt, den man nur als 'gehörig eskalierend' bezeichnen kann (laut dem ukrainischen Außenminister Andrii Sybiha, der es wissen sollte), hat Russland beschlossen, das Hauptquartier des ukrainischen Geheimdienstes SBU mit einem Drohnenangriff neu zu dekorieren. Der neue Look: Rauchschwaden, die sich dramatisch über der Skyline von Kiew erheben – eine Designentscheidung, die sicherlich in den sozialen Medien für Aufsehen sorgen wird.

Präsident Wolodymyr Selenskyj, der von der Renovierung offensichtlich nicht beeindruckt ist, hat angekündigt, er habe den SBU angewiesen, eine 'angemessene, spürbare Antwort' zu liefern – vermutlich etwas Geschmackvolleres als eine Drohne durchs Fenster. Der Angriff zielte auf das SBU-Gebäude in der Wolodymyrska-Straße, das praktischerweise gegenüber der Sophienkathedrale liegt, einem UNESCO-Weltkulturerbe. Denn nichts sagt 'kulturelle Wertschätzung' so sehr wie das Werfen von Sprengstoff in der Nähe einer 1.000 Jahre alten Kathedrale.

Kiew steht seit über einer Woche unter täglichen Drohnen- und Raketenangriffen. Russland setzt dabei neue düsengetriebene Drohnen ein, die Geschwindigkeiten von bis zu 400 km/h erreichen – schnell genug, um den üblichen Verkehrsstau zu überholen, aber leider nicht die Patriot-Abwehrsysteme, die knapp sind. Es ist selten, dass Regierungsgebäude im Zentrum Kiews bei Tageslicht getroffen werden, aber Russland scheint entschlossen, Rekorde zu brechen.

Die Explosion war mehrere Blocks entfernt zu hören, und mindestens neun Menschen wurden verletzt, so Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko. Stanislav Zavertailo, Miteigentümer des nahegelegenen Cafés Zavertailo, berichtete, dass ein Kunde verletzt wurde, während er 'eine unserer berühmten Mohnbrötchen' genoss – ein Frühstückserlebnis, das nun für immer mit Druckwellen und zerbrochenen Fenstern verbunden ist.

Personal und Gäste flohen in unterirdische Schutzräume, aus Angst vor einem 'Double-Tap'-Angriff – einer russischen Taktik, bei der eine zweite Drohne der ersten folgt, um Rettungskräfte zu treffen. Eine Stunde verging ohne zweiten Angriff, aber Zavertailo bleibt angespannt: 'Wir warten alle auf einen weiteren Angriff', sagte er und sprach damit allen in Kiew aus der Seele.

Der SBU ist bekannt für die Koordination von Operationen wie der letztjährigen Operation Spinnennetz, die Flugzeuge im Wert von Milliarden Dollar in Russland zerstörte – vielleicht erklärt das, warum Russland so erpicht darauf ist, deren Büro neu zu dekorieren. Der Angriff erfolgte zwei Tage vor dem erwarteten Besuch von Donald Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff und Schwiegersohn Jared Kushner in Kiew, die ihren Termin angesichts der aktuellen Luftqualität jedoch vielleicht verschieben möchten.

Während diplomatische Bemühungen zur Beendigung der viereinhalb Jahre dauernden Invasion ins Stocken geraten (die USA sind mit Iran beschäftigt), bleibt der Ukraine wieder einmal ein russisches 'Geschenk' überlassen. Ein Café-Mitarbeiter, der aus dem Schutzraum kam, fasste es zusammen: 'Als Mensch, der die ganze Zeit in der Ukraine lebt, ist es einfach schwer.' In der Tat.