NASAs Psyche-Mission, die vor allem dafür bekannt ist, zu einem metallreichen Asteroiden zu fliegen, beschloss am 15. Mai 2026 einen malerischen Umweg am Mars vorbei zu nehmen und dabei ein paar hübsche Bilder zu schießen. Der multispektrale Bildgeber der Raumsonde nahm innerhalb von sechs Minuten vier Bilder auf und setzte sie zu einem farbverstärkten Mosaik zusammen, das die zerklüfteten südlichen Hochländer des Mars mit einer Detailtreue zeigt, die jeden Geologen vor Freude weinen lassen würde.

Die Bilder, die aufgenommen wurden, während Psyche von rechts nach links (für Kartografen: von Nordosten nach Südwesten) vorbeizog, variieren in der Auflösung von 381 Metern pro Pixel auf der rechten Seite bis zu 440 Metern pro Pixel auf der linken. Mit Nahinfrarot-, Grün- und Blaufilter hob der Bildgeber Krater, Grate, Windstreifen und vulkanische Ebenen hervor – denn selbst ein Vorbeiflug verdient eine vollständige Make-up-Session.

Das Mosaik erfasst einen Teil der Iapygia-Region, die sich von etwa 62 Grad Ost bis 78 Grad Ost Länge und 4 Grad Nord bis 14 Grad Süd Breite erstreckt. Der größte Krater, Fournier, hat einen bescheidenen Durchmesser von 71 Meilen (114 Kilometer) und liegt knapp unterhalb der Mitte. Und wenn man links der Mitte schaut, entdeckt man eine lineare Struktur, die von oben nach unten verläuft – das ist ein Teil der Oenotria Scopuli, eines langen, unregelmäßigen Klippensystems, das zur kreisförmigen Struktur des Isidis-Einschlagbeckens im Nordosten gehört. Denn nichts sagt „Ich bin auf dem Weg zu einem Asteroiden“ so sehr wie anzuhalten, um die Landschaft zu bewundern.