Wenig schlägt ein Frühstück im Busch, es sei denn, man ist der Typ Mensch, der einen Vogel mit einem ausgefallenen Namen wichtiger findet als Kaffee und Cornflakes. Der Autor war im Mallee-Wald nahe Lake Gilles, etwa fünf Stunden nordwestlich von Adelaide und ungefähr auf halber Strecke quer durch Australien, als Guide Steve Potter in der Ferne ein sich wiederholendes Pfeifen hörte. Die Cornflakes mussten warten.

Sie schlichen in den Wald, hielten an, um zu lauschen, bis ein großer, pummeliger Vogel unter einem Busch auftauchte und zielstrebig auf sie zulief: ein Kupferrücken-Wachteldrossel. Endemisch in Süd- und Westaustralien, wurde diese Art erst kürzlich von der Kastanien-Wachteldrossel getrennt – die sie am nächsten Tag auch noch zu Gesicht bekamen, denn warum nicht die Sammlung komplettieren?

Wie viele australische Singvögel ist „Wachteldrossel“ eine Lüge: Sie ist weder eine Wachtel noch eine Drossel. Die Familie kommt nur in Neuguinea und Australien vor. Aber was für ein Vogel! Er hat eine schneeweiße Augenbraue, einen weißen Bart und Bauch, kontrastiert mit einer schicken schwarzen Kehle und einem strahlenden kupferfarbenen Rücken. Sein wissenschaftlicher Name, Cinclosoma clarum, bedeutet „leuchtende schwanzwedelnde Drossel“, was wie ein abgelehntes Pokémon klingt.

Im Gegensatz zu den meisten Singvögeln sind Wachteldrosseln hauptsächlich bodenbewohnend, laufen unauffällig über den Waldboden und fliegen selten. Von all den charismatischen Vögeln, die der Autor auf einer Blitztour durch Südaustralien sah, war dies der denkwürdigste – und, so beteuert der Autor, das Frühstück aufzuschieben allemal wert. Wir nehmen ihn beim Wort.