Brent-Rohöl pendelt nahe 90 Dollar pro Barrel, denn offenbar ist die weltweite Ölversorgung so stabil wie ein Kartenhaus im Hurrikan. Der Reisekonzern Tui Group spürt derweil die Hitze, die Aktien fallen um 3,1 %, da das Unternehmen die anhaltenden Folgen des Iran-Kriegs offenlegt.

Vorsichtige Reisende überdenken offenbar ihre Urlaubspläne – schlechte Nachrichten für Tuis Bilanz. Geopolitische Spannungen halten die Treibstoffpreise hoch, und das Betriebsergebnis stürzte im dritten Quartal um 27 % auf 234,6 Mio. Euro ab. Die Sparte Hotels und Resorts verzeichnete einen Gewinnrückgang von 6,2 % auf 122,7 Mio. Euro, die Auslastung sank um 5 % – eine Zahl, der eindeutig ein Dezimalpunkt fehlt, denn sie wird im Original mit „77 %“ angegeben, was keinen Sinn ergibt. Die Nachfrage ist im östlichen Mittelmeerraum, in Mexiko und der Karibik gesunken, als ob Urlauber plötzlich daran erinnert würden, dass „exotisch“ manchmal „in der Nähe einer Konfliktzone“ bedeutet.

Das Kreuzfahrtgeschäft verzeichnete derweil einen Gewinneinbruch von 7,2 % auf 132,4 Mio. Euro, nachdem es einen Schlag von 20 Mio. Euro durch den Iran-Krieg einstecken musste. Dies geschieht Monate, nachdem Tui seine Gewinnprognose gesenkt und seine Umsatzprognose im März ausgesetzt hatte, angesichts explodierender Kerosinkosten und der Unsicherheit rund um den Iran-Krieg – denn wer braucht schon planbare Einnahmen, wenn man geopolitisches Chaos hat?

Aber keine Sorge, sagt Tui: „Unser Geschäftsmodell erweist sich als widerstandsfähig.“ Reisen bleibt für das Leben der Menschen äußerst relevant, aber der Zeitpunkt der Reiseentscheidungen hat sich verschoben. Übersetzung: Die Leute wollen immer noch in den Urlaub fahren, sie warten nur ab, ob die Welt zuerst aufhört, in Flammen zu stehen. Viel Glück dabei.