In den 1980er Jahren war der Vorort Darlinghurst in Sydney weniger ein Viertel als vielmehr ein Pulverfass – Heroin-Chargen trafen mit der Regelmäßigkeit von Bussen ein, Überdosen waren ein düsterer lokaler Sport, und dennoch beherbergte der Ort auch eine blühende Szene von Underground-Filmemachern, Clubkindern und Leuten, die fabelhaft aussahen, während sie sich die Seele aus dem Leib tanzten. Unter ihnen war eine 23-jährige Frau – ziemlich hübsch, eine hippe Underground-Schönheit – die lernte, dass das Leben dort bedeutete, schnell erwachsen zu werden.
Eines Nachts, nach dem Feiern in einem Club auf der Oxford Street, beschloss sie, nach Hause zu laufen. Der Mond war schmal und wenig hilfreich. Bald hörte sie Schritte hinter sich, drehte sich um, sah niemanden, rief „Ist da jemand?“ – keine Antwort. Sie bewaffnete sich mit Schlüsseln zwischen den Fingern, ging schneller, sicher, dass jemand lauerte.
Dann hielt ein Taxi. Drin: ein älterer Geschäftsmann auf der Rückbank. Der Fahrer sagte ihr, sie solle einsteigen. Sie hatte schon mit vielen selbstgefälligen Männern zu tun gehabt, die dachten, eine alleinstehende junge Frau sei Freiwild, also lehnte sie ab – kein Geld, wohne gleich um die Ecke, lassen Sie mich in Ruhe. Der Fahrer bestand darauf. „Da ist jemand, der Ihnen folgt“, sagte er. Er erklärte, sie hätten den Stalker beobachtet, der weglief, sobald sie anhielt. „Er hat keine guten Absichten. Sie müssen in dieses Taxi steigen, und wir bringen Sie nach Hause.“
Verblüfft stieg sie ein. Sie setzten sie vor ihrer Tür ab und fuhren erst weg, als sie sicher mit ihren Mitbewohnern drinnen war. Sie erfuhr nie ihre Namen, aber sie ist sich ziemlich sicher, dass sie ihr Leben retteten. Danach kein Nachhausegehen mehr allein im Dunkeln. Manche Schutzengel verlangen nicht einmal ein Trinkgeld.