Der meteorologische Sommer hat begonnen, eingeläutet von glühender Hitze, die noch vor dem Frühling zuschlug. Obwohl Westeuropa nun größtenteils von der Hitzekuppel der letzten Woche befreit ist – die im Mai Temperaturrekorde in Großbritannien und Irland brach –, bereitet man sich bereits auf einen weiteren brütend heißen Sommer vor. Drückende Tage, ruhelose Nächte und wütende Feuer brauen sich zusammen. Am Dienstag warnte die Weltorganisation für Meteorologie uns alle, uns auf die bevorstehende Rückkehr des wärmenden Wetterphänomens El Niño vorzubereiten.
Wissenschaftler haben noch nicht ermittelt, wie viele Menschen während dieser jüngsten Hitzewelle gestorben sind, aber die frühe Modellierung eines Umwelt-Epidemiologen bezifferte allein in Großbritannien 250 zusätzliche Todesfälle am Wochenende vor dem Temperaturhöhepunkt. Die tatsächliche Zahl der Todesfälle wird wahrscheinlich besonders hoch sein, weil die Hitze zuschlug, bevor die Menschen ihr Verhalten richtig an die Sicherheit in der Hitze angepasst hatten. Mit anderen Worten: Die Regierungen Europas sind auf extreme Hitze etwa so vorbereitet wie ein Schneemann in der Sauna – und die Folgen sind ebenso vorhersehbar.