Sir Olly Robbins, der ehemalige Spitzenbeamte im Außenministerium, der von Sir Keir Starmer wegen des Mandelson-Sicherheitsdesasters entlassen wurde, geht rechtlich vor. Die FDA, die Gewerkschaft für höhere Beamte, gab bekannt, dass er eine gerichtliche Überprüfung anstrebt. Er argumentiert, die Entlassung entbehre „jeglichen Anscheins eines fairen Verfahrens“ und riskiere, den öffentlichen Dienst zu beschädigen.

Für alle, die eine Auffrischung brauchen: Lord Mandelson wurde im Dezember 2024 als britischer Botschafter in den USA angekündigt – noch vor einer gründlichen Überprüfung – und trat das Amt im Februar 2025 nach der Sicherheitsfreigabe an. Sieben Monate später wurde er entlassen, nachdem Enthüllungen über seine Freundschaft mit dem verstorbenen verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ans Licht kamen. Sir Olly wurde im April gefeuert, nachdem ein Guardian-Artikel enthüllte, dass Mandelsons Freigabe trotz Bedenken der Sicherheitsbeamten erteilt worden war – eine Nachricht, die den Premierminister „wütend“ machte, weil man es ihm nicht gesagt hatte.

Sir Keir erklärte gegenüber Abgeordneten, er habe Sir Olly entlassen, weil er „seine Erklärung“ nicht akzeptierte, warum die Freigabe erteilt wurde. Doch Sir Olly behauptet, er habe die vollständigen Sicherheitsunterlagen nie gesehen, sondern nur eine mündliche Unterrichtung, die Mandelson als „Grenzfall“ beschrieb, bei dem eine Freigabe mit „angemessenem Risikomanagement“ erteilt werden könne. Die FDA argumentiert, der Premierminister habe den Prozess missverstanden: Statt verpflichtet zu sein, Minister über die Sicherheitsüberprüfung zu informieren, sei Sir Olly verpflichtet gewesen, dies nicht zu tun. Die Gewerkschaft stellt auch infrage, ob Starmer rechtlich befugt war, ihn zu entlassen, angesichts seiner Rolle als Leiter des diplomatischen Dienstes.

Sir Olly, ein Veteran der Brexit-Verhandlungen, sagte, er erhebe die Klage „widerwillig“ und hätte eine Entschuldigung des Premierministers vorgezogen. Ein Regierungssprecher, ganz in der ehrwürdigen Tradition, nichts zu sagen, kommentierte: „Wir äußern uns nicht zu laufenden Gerichtsverfahren.“