Disneyland, das südkalifornische Denkmal für kindliches Staunen und Unternehmenssynergien, hat an einigen Eingangsspuren Gesichtserkennungstechnologie installiert. Laut Disneys Website erfassen die Kameras Bilder der Besucher und wandeln sie mithilfe biometrischer Technologie in eindeutige Zahlenwerte um. Der offizielle Grund: Betrug verhindern und den Wiedereintritt erleichtern – insbesondere um Jahreskarteninhaber zu erwischen, die ihre Pässe wie ein Netflix-Passwort teilen.

Gäste, die ihr Gesicht nicht algorithmisch analysieren lassen möchten, können einfach ablehnen und Spuren ohne die Technik nutzen. Beruhigend, es sei denn, man bedenkt, dass Ablehnen einen zur Person macht, die die höfliche Bitte des Zauberspiegels zurückweist.

Diese Einführung erfolgt inmitten einer nationalen Debatte über Gesichtserkennung und Privatsphäre – eine Diskussion, die meist so verläuft: „Aber es ist bequem!“ gefolgt von „Aber es ist dystopisch!“ Meta plant angeblich, Gesichtserkennung in seine Smart Glasses zu integrieren, die sich bereits einen Namen gemacht haben, indem sie Menschen ohne deren Zustimmung aufzeichnen. Die Trump-Administration erwägt, solche Brillen für Beamte der Einwanderungs- und Zollbehörde zu finanzieren, denn nichts sagt „Land der Freien“ wie staatlich ausgegebene Überwachungsbrillen.

Strafverfolgungsbehörden, die Gesichtserkennung einsetzen, wurden wegen unrechtmäßiger Festnahmen verklagt, die überproportional Menschen of Color betreffen. Aber hey, zumindest macht die Major League Baseball mit: Fans in mehreren Stadien können ein Selfie in eine App hochladen und für den Eintritt gescannt werden. Jay Stanley, Datenschutzexperte der American Civil Liberties Union, warnte 2024: „Die Leute müssen sich fragen, ob sie in einer Welt leben wollen, in der ihr Gesicht bei jeder Gelegenheit gescannt wird.“ Vermutlich wird die Antwort von einem zukünftigen Algorithmus bestimmt.

Disney sagt, es habe „technische, administrative und physische Maßnahmen“ implementiert, um die Daten der Besucher zu schützen. Aber das Unternehmen merkt auch mit einer Offenheit an, die entweder erfrischend oder alarmierend ist: „Bitte beachten Sie, dass trotz unserer besten Bemühungen keine Sicherheitsmaßnahmen perfekt oder undurchdringlich sind.“ Mit anderen Worten: Willkommen im glücklichsten Ort der Erde, wo Ihr Gesicht Daten sind und die Daten möglicherweise durchsickern.

Disney ist mit der Technik nicht fremd. Es testete die Gesichtserkennung 2021 im Magic Kingdom in Orlando und 2024 in Disneyland. Dies ist also keine plötzliche Reise in die Zukunft – es ist ein langsamer, stetiger Marsch in eine Welt, in der selbst Mickey Mouse weiß, wer du bist, bevor du Hallo sagst.