Deutsche Jugend zu Berlin: „Netter Versuch, aber nein danke“ – Kriegsdienstverweigerer-Anträge schießen in die Höhe
Junge deutsche Männer strömen zu den Kriegsdienstverweigerungsämtern, während Berlin die Armee aufrüsten will, was die „Wehrdienst-light“ etwa so beliebt macht wie ein Kater.
Die Zahl junger deutscher Männer, die einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen, ist im ersten Halbjahr dieses Jahres sprunghaft angestiegen und durchkreuzt Berlins ehrgeizige Pläne, Europas stärkste Armee aufzubauen und dem russischen Bären die Stirn zu bieten. Laut am Dienstag veröffentlichten Regierungszahlen gingen beim zuständigen Bundesamt bis zum 30. Juni 5.862 Anträge ein – das sind mehr als im gesamten Vorjahr (3.879) und fast dreimal so viele wie 2024 (2.249).
Die deutsche Verfassung garantiert das Recht, den Wehrdienst aus Gewissensgründen zu verweigern – was dem Verteidigungsministerium offenbar ungelegen kommt. Der Anstieg wird weithin als Reaktion auf die neue „Wehrdienst-light“-Politik der Regierung gesehen, die am 1. Januar in Kraft trat. Obwohl Deutschland keine aktive Wehrpflicht hat, müssen alle 18-jährigen Männer nun einen Fragebogen ausfüllen, in dem sie ihre Bereitschaft zum Dienst angeben, und sich einer medizinischen Untersuchung unterziehen. Frauen werden ermutigt, sich freiwillig zu melden, müssen aber nicht den Papierkram erledigen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius, ein beliebter Sozialdemokrat, treibt die Bemühungen voran, die Truppenstärke von derzeit 186.000 auf 260.000 aktive Freiwillige bis 2035 zu erhöhen. Die mitregierenden konservativen Unionsparteien haben angedeutet, dass die Wehrpflicht – seit 2011 ausgesetzt – zurückkehren könnte, falls die Fortschritte ins Stocken geraten. Das würde natürlich neue Gesetze erfordern, aber die Drohung reicht aus, um die Jugend zu verschrecken.
Interessanterweise steigen nicht nur die Anträge auf Kriegsdienstverweigerung, sondern auch die Rücknahmen: 233 Personen entschieden sich im ersten Quartal 2026, ihren zuvor gewährten Status als Kriegsdienstverweigerer aufzugeben, nach 781 im gesamten Jahr 2025. Wer seinen Status behält, könnte im Sicherheitsnotstand dennoch zu zivilen Aufgaben herangezogen werden.
Umfragen zeigen, dass die Deutschen die Wiederbewaffnung grundsätzlich befürworten, aber Tausende junger Menschen sind bei landesweiten Protesten und „Schulstreiks“ auf die Straße gegangen und werfen der Regierung vor, sie zu „Kanonenfutter“ machen zu wollen. Die Ironie, das Recht zu fordern, nicht eingezogen zu werden, während es gar keine Wehrpflicht gibt, entgeht niemandem.
The Good Times
Nachrichten in deinem Posteingang.
Eine sardonische Zusammenfassung, nach deinem Zeitplan geliefert. Kostenlos. Abmelden wann immer du willst.
Schon angemeldet, aber wir landen nie in deinem Posteingang? Schau in den Spam-Ordner und klicke auf 'Kein Spam' (oder 'Aus Spam entfernen'), um uns aus dem Junk-Mail-Fegefeuer zu befreien. Du hilfst damit auch allen anderen.
Öffnest du einen Monat lang keine unserer E-Mails, wirst du automatisch von der Liste entfernt.
Rewrite Article
Select parts to regenerate with a fresh AI pass. Translations will be updated automatically.
Generate AI Image
Creates a sardonic version of the article image using OpenAI.