In einem Schritt, der absolut niemanden überraschen wird, der das Transferfenster aufmerksam verfolgt hat, hat Arsenal sich bereit erklärt, Newcastle 75 Millionen Pfund für Bruno Guimarães zu zahlen, wobei der brasilianische Mittelfeldspieler die sonnenverwöhnten Trainingsplätze Südspaniens gegen einen Medizincheck im Norden Londons eintauschen wird. Denn nichts sagt 'Titelanwärter' wie Überbezahlung für einen Spieler, der im November 29 wird und nur noch zwei Jahre Vertrag hat.

Die beiden Vereine einigten sich schließlich auf einen Kompromiss, wobei Arsenal zunächst hoffte, nicht mehr als 60 Millionen zu zahlen, während Newcastle, in einer beeindruckenden Demonstration finanzieller Verantwortung, mindestens 80 Millionen forderte. Newcastle, das bereits Anthony Gordon und Sandro Tonali an Barcelona bzw. Tottenham verkauft hatte, musste Guimarães eigentlich nicht verkaufen, aber offenbar sind 75 Millionen genug, um ihre emotionale Bindung an einen Spieler zu vergessen, der maßgeblich am Triumph im Ligapokal 2025 beteiligt war.

Seit seiner Ankunft von Lyon im Januar 2022 ist Guimarães Newcastles Talisman gewesen, wobei das Team ohne ihn Schwierigkeiten hatte, zu gewinnen. In 153 Ligaspielen erzielte er 30 Tore und lieferte 26 Vorlagen, wurde zum Publikumsliebling, als der Verein zweimal die Champions League erreichte. Sein Abgang wird die Fans wahrscheinlich mehr schmerzen als Alexander Isaks Wechsel zu Liverpool im letzten Jahr, was schon etwas heißen soll.

Guimarães selbst war entschlossen, zu Arsenal zu wechseln, noch bevor Eddie Howe letzte Woche als Trainer zurücktrat. Er flog am Montag nach La Manga, um den neuen Chef Matthias Jaissle zu treffen, sagte ihm aber, dass er gehen wolle und nicht umgestimmt werden könne. Der Abschied war Berichten zufolge höflich, ein deutlicher Kontrast zu Isaks erbittertem Abgang im letzten Sommer. Mit anderen Worten: Alle sind sehr erwachsen dabei.

Lyon hingegen wird dank einer Weiterverkaufsklausel, die ihnen 20% des Gewinns aus dem Verkauf zusichert, ein nettes kleines Windfall von etwa 7 Millionen Pfund erhalten. Denn nichts sagt 'wir sind ein ernsthafter Fußballverein' wie ein Teil der Ablöse an ein französisches Team zu zahlen, für einen Spieler, der seit über drei Jahren in England ist.

Arsenal, das Christian Norgaard für 7 Millionen an Everton verkauft hat, um diesen Luxus zu finanzieren, wird nun voraussichtlich seine Aufmerksamkeit auf die Verpflichtung eines Verteidigers und eines weiteren Stürmers richten. Sie könnten Konkurrenz von Liverpool um Ezri Konsa bekommen, da William Salibas Rückenprobleme ihn für 'einen längeren Zeitraum' außer Gefecht setzen werden. Villa will 60 Millionen für den englischen Verteidiger, aber Arsenal sträubt sich gegen den Preis für einen Spieler mit weniger als zwei Jahren Vertrag. Denn offenbar sind 75 Millionen für einen Mittelfeldspieler in Ordnung, aber 60 Millionen für einen Verteidiger sind einfach zu viel.

Die Gunners haben auch Interesse an Guimarães' brasilianischem Teamkollegen Vinícius Júnior bekundet, schauen sich aber nach Alternativen um, falls er bei Real Madrid bleibt. Barcelonas Sportdirektor Deco wird voraussichtlich am Mittwoch mit Atlético Madrid über Julián Alvarez sprechen, aber Arsenal hofft, den 26-Jährigen stattdessen zu sich zu locken. Und falls das nicht genug ist, wurden sie auch mit PSGs Bradley Barcola in Verbindung gebracht, den Liverpool will und der von den europäischen Meistern auf etwa 145 Millionen geschätzt wird. Denn warum nicht nach den Sternen greifen, wenn man schon Geld zum Mond geworfen hat?