Ukraines privater Raumfahrtsektor bekommt ein ordentliches Upgrade, denn Stetman bereitet den Start eines 360-Satelliten-Netzwerks in niedriger Erdumlaufbahn ab 2027 vor. Das Milliarden-Euro-Projekt soll der Ukraine etwas Kommunikationsunabhängigkeit verschaffen, was angesichts der ganzen Invasion recht umsichtig erscheint.

Das Unternehmen verlor kürzlich seinen Gründer Dmytro Stetsenko, aber das Projekt wird unter der neuen CEO Kateryna Diachenko fortgesetzt. Ein Testsatellit ist für Oktober 2026 geplant, die vollständige Bereitstellung soll drei Jahre danach erfolgen. Die Satelliten werden von der dänischen Firma GomSpace gebaut und von SpaceX gestartet – denn wer sonst? Der verstorbene Gründer von Stetman bemerkte, dass SpaceX „das günstigste und zuverlässigste“ sei, was entweder ein glühendes Lob oder ein vernichtendes Urteil über die Konkurrenz ist.

Die Ukraine selbst würde etwa 150 Satelliten benötigen, so der ehemalige Raumfahrtberater Andrii Kolesnyk. Die Gesamtkosten übersteigen eine Milliarde Euro und decken Satelliten, Software, Starts, Maklergebühren und Gehälter ab. Jeder Satellit kostet 2-3 Millionen Dollar Bau und Start, und eine Falcon 9 kann mehrere Dutzend für 60-70 Millionen Dollar pro Start befördern. Rechnen Sie: 360 Satelliten à 2-3 Millionen Dollar ergibt 720 Millionen bis über eine Milliarde Dollar. Rechnung geht auf.

Stetman plant außerdem eine gemeinsame Fertigungsstätte in der Ukraine mit GomSpace, die mehrere hundert Millionen Euro zusätzliche Investitionen erfordert. Die Finanzierungsquellen bleiben ungenannt, aber hey, Details. Das Unternehmen liefert bereits Kommunikationsausrüstung an das ukrainische Militär, den Rettungsdienst und die Regierung, einschließlich modifizierter Terminals für den militärischen Einsatz. Denn wenn man schon im Krieg ist, kann man auch ein eigenes Satellitennetz haben.