In einer atemberaubenden Zurschaustellung diplomatischen Optimismus, der vielleicht oder vielleicht auch nicht mit der Realität verbunden ist, hat Donald Trump erklärt, es bestehe eine „sehr gute Chance“, einen Deal zu schließen, der Iran daran hindert, eine Atomwaffe zu erlangen. Der US-Präsident behauptete, Golfstaaten hätten ihn gebeten, geplante Angriffe auf Iran zu verschieben, weil „sie denken, dass sie kurz vor einem Deal stehen“. Klar, Kumpel.

In der Zwischenzeit beschuldigt die VAE Iran oder seine Stellvertreter eines Drohnenangriffs, der ein Feuer in der Nähe eines Atomkraftwerks verursachte. Nichts sagt „wir sind kurz vor einem Deal“ wie die empfindlichste Infrastruktur der Nachbarschaft in Brand zu setzen.

Friedrich Merz, der anscheinend den Kürzeren gezogen hat bei der Verlosung „wer darf sich mit Donald Trump anlegen“, ist in einen Streit mit dem US-Präsidenten über dessen Krieg gegen Iran verwickelt. Der deutsche Kanzler deutete an, Trumps Team werde bei den Verhandlungen mit Teheran ausgespielt, und riet sogar seinen eigenen Kindern, „im derzeitigen Klima“ nicht in den USA zu studieren oder zu arbeiten. Das ist eine Möglichkeit, das Auslandsstudienprogramm auszudünnen.

Deborah Cole, die Berlin-Korrespondentin des Guardian, merkt an, dass Streitigkeiten über Handel und Militärhilfe für die Ukraine die Spannungen zwischen den USA und ihren europäischen Verbündeten angeheizt und das NATO-Bündnis auf die Probe gestellt haben. Merz kämpft derweil darum, eine schwächelnde deutsche Wirtschaft wiederzubeleben – denn eine Nahostkrise obendrauf war genau das, was Europa brauchte.

Die Erklärung europäischer Führer ist klar: „Wir verurteilen die erneuten iranischen Luftangriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Partner aufs Schärfste. Angriffe auf Nuklearanlagen stellen eine Bedrohung für die Sicherheit der Menschen in der gesamten Region dar. Es darf keine weitere Eskalation der Gewalt geben.“ Sie fordern auch, dass Iran „ernsthafte Verhandlungen mit den USA aufnimmt, seine Nachbarn nicht länger bedroht und die Straße von Hormus ohne Einschränkungen öffnet“. Denn freundliches Bitten wirkt immer bei Leuten, die gerade ein Atomkraftwerk bombardiert haben.

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