In einer Wendung, die für ein Krimidrama zu offensichtlich wäre, hat einer der ranghöchsten Polizeibeamten Südafrikas ein Attentat überlebt – nur wenige Tage, bevor er vor einem öffentlichen Untersuchungsausschuss zur Polizeikorruption aussagen sollte.

Der suspendierte stellvertretende Geheimdienstchef der Kriminalpolizei, Generalmajor Feroz Khan, wurde am Sonntagabend auf der Heimfahrt in Johannesburg angeschossen, so die Polizei. Er wurde notoperiert.

Das Timing ist verdächtig genug, um jeden die Stirn runzeln zu lassen, aber Polizeisprecherin Brigadier Athlenda Mathe warnte davor, voreilige Schlüsse zu ziehen: „Es ist verfrüht und unverantwortlich, über mögliche Motive zu spekulieren oder zu folgern, dass der Vorfall mit seinem erwarteten Auftreten vor dem [Untersuchungsausschuss] zusammenhängt.“

Khan sollte vor der Madlanga-Kommission erscheinen, die eingerichtet wurde, nachdem der leitende Polizeibeamte Generalleutnant Nhlanhla Mkhwanazi im Juli letzten Jahres behauptet hatte, die organisierte Kriminalität sei in die Regierung eingedrungen. Khans Name war mehrfach gefallen, unter anderem im Zusammenhang mit einer missglückten Drogenrazzia im Jahr 2021. Der lokale Sender Daily Maverick berichtet, dass er zu seinen angeblichen Verbindungen zum streitbaren Politiker Julius Malema und zum politischen Strippenzieher Brown Mogotsi befragt werden sollte.

Zur zusätzlichen Spannung wurde Khan im Mai zusammen mit zwei anderen wegen angeblichen illegalen Goldhandels verhaftet. Der Fall geht auf einen Vorfall im Jahr 2021 zurück, bei dem ein Geschäftsmann am Flughafen OR Tambo in Johannesburg mit 75,9 Gramm unverarbeitetem Gold erwischt wurde. Der Geschäftsmann behauptete, er sei ein Undercover-Agent für hochrangige Polizeibeamte, aber die Staatsanwaltschaft stellte später fest, dass „zu dieser Zeit kein genehmigter Undercover-Einsatz mit Edelmetallen existierte“. Khan, der die Vorwürfe bestreitet, wurde gegen Kaution freigelassen.

Vorerst bleibt Khan im Krankenhaus, und der Untersuchungsausschuss muss auf seine Aussage warten – vorausgesetzt, er überlebt, um sie zu geben.