Was man nur als unangekündigtes Massenmigrationsereignis bezeichnen kann: Ungefähr 49.000 Migranten haben sich in den letzten 24 Stunden von Marokko aus in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika begeben, so Beamte. Das ist eine Menge unerwarteter Gäste, besonders wenn man bedenkt, dass die Stadt nur etwa 83.600 Einwohner hat. Von einem Bevölkerungsschub kann man da wohl sprechen.

Videos und Bilder von Donnerstag zeigten Tausende von Menschen, die in die Stadt schwammen, während lokale Medien berichteten, dass die Überquerungen über Nacht weitergingen. Es scheint, als wäre das Mittelmeer weniger eine Barriere und mehr ein Begrüßungskomitee. Beamte berichten, dass mindestens 18 Menschen in den letzten Tagen bei dem Versuch, das Gebiet zu erreichen, gestorben sind - eine ernüchternde Erinnerung an die Gefahren hinter den Schlagzeilen.

Der plötzliche Zustrom folgt auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs Spaniens Anfang dieses Monats, die festlegte, dass Migranten, die auf See gestoppt werden, wenn sie Ceuta oder Melilla (die andere spanische Exklave) erreichen wollen, nicht summarisch nach Marokko zurückgeschickt werden dürfen. Denn nichts sagt 'Grenzkontrolle' wie eine Gruppe von Menschen, die daran vorbeischwimmt.

Lokale Beamte hatten Madrid bereits um Hilfe gebeten, da es in letzter Zeit einen Anstieg von Überquerungsversuchen gab, aber am Donnerstag schienen die Grenzkontrollen das Handtuch zu werfen, was zu chaotischen Szenen führte. Als Reaktion darauf entsandte Spanien seine Streitkräfte, um die Sicherheit in Ceuta und der Schwesterstadt Melilla zu verstärken, wo über Nacht weitere 300 bis 400 Überquerungen gemeldet wurden. Denn nichts sagt 'wir haben alles im Griff' wie das Entsenden von Truppen im Nachhinein.

Von den geschätzten 49.000, die nach Ceuta kamen, sind mindestens 7.000 Minderjährige. Das ist eine Menge Kinder, die beschlossen haben, schwimmen zu gehen und in einem anderen Land gelandet sind. Das spanische Innenministerium sagte, es arbeite mit Marokko zusammen, um die Rückkehr aller, die illegal überquert haben, 'so schnell wie möglich' sicherzustellen. Viel Glück dabei.

Wenn die offiziellen Schätzungen korrekt sind, wäre dies die größte Anzahl von Migranten, die seit Mai 2021 nach Ceuta überquert sind, als mehr als 10.000 Menschen in die Stadt kamen. Rekorde sind offenbar dazu da, gebrochen zu werden. Der spanische Premierminister Pedro Sánchez wird Ceuta später am Freitag besuchen, wahrscheinlich um die neuen, unerwarteten Wähler zu begutachten.