In der Trump-Administration ist Lügen nicht nur eine Gewohnheit – es ist die Stellenbeschreibung. Und für Karoline Leavitt, die gerade ihre Amtszeit als Pressesprecherin des Weißen Hauses beendet hat, machte das ihre Rolle sowohl überflüssig als auch, wie es scheint, recht einfach auszuführen.

Historisch gesehen betrieben Pressesprecher so etwas wie 'Spin' – eine altmodische Kunst, Fakten so zu arrangieren, dass die Administration im besten Licht dasteht. Es erforderte, die Realität zu verstehen, zu wissen, welche Punkte man umgehen sollte, und skeptische Reporter sanft zur Parteilinie zu führen. Leavitt hingegen übersprang all diese Nuancen. Ihre Technik war stumpfe Wiederholung von Sprechblasen, durchsetzt mit persönlichen Beleidigungen und einer großzügigen Portion Verleumdung.

Nehmen wir zum Beispiel einen ihrer 'stolzesten Momente', wie die Administration selbst hervorhob. Am 15. Januar 2026 fragte Niall Stanage, Kolumnist des Weißen Hauses bei The Hill, Leavitt, wie man die Behauptung von Heimatschutzministerin Kristi Noem, die Behörde habe 'alles richtig gemacht', mit der düsteren Tatsache in Einklang bringen könne, dass im vergangenen Jahr 32 Menschen in ICE-Gewahrsam gestorben waren, 170 US-Bürger festgenommen wurden und Renee Good erschossen wurde.

Ein kompetenter Spin-Doktor hätte vielleicht angemerkt, dass Todesfälle in Gewahrsam nicht unbedingt Fahrlässigkeit bedeuten oder dass irrtümliche Festnahmen in jeder Strafverfolgungsbehörde vorkommen. Leavitt fragte stattdessen Stanage, warum er glaube, dass Good erschossen wurde, und als er sagte, ein Agent habe rücksichtslos gehandelt, legte sie los: 'Sie sind ein linksextremer Wichtigtuer. Sie sind kein Reporter. Sie geben hier im Raum nur vor, ein Journalist zu sein.' Dann forderte sie: 'Haben Sie die Zahlen, wie viele amerikanische Bürger von illegalen Ausländern getötet wurden?' – ohne selbst welche zu liefern.

Sie beschwerte sich auch, dass Stanage den Beruf des Weiße-Haus-Reporters herabwürdige, obwohl sie selbst dauerhafte Plätze im Briefing-Raum an Meinungsjournalisten und Influencer vergeben hatte. So viel zur journalistischen Reinheit.

Leavitts Briefings waren nicht an die Presse gerichtet; sie richteten sich an die Loyalisten, die bereits glauben, dass jede schlechte Nachricht ein Schwindel ist. Sie sprach ihre Sprache. Und deshalb wird sie leicht durch einen anderen Funktionär aus dem riesigen Pool von Amerikanern ersetzt werden, die repetitive, kindische Beleidigungen ausstoßen können. In einer Regierung voller denkwürdiger Schurken wird Leavitt wahrscheinlich in der Versenkung verschwinden – nur eine weitere Pressesprecherin, die den Job herabgewürdigt hat, indem sie genau das tat, was ihr gesagt wurde.