Die Ölpreise stiegen am Montag um 5 %, nachdem Donald Trump die US-Blockade des iranischen Schiffsverkehrs im Golf wieder in Kraft gesetzt und eine 20-prozentige Maut auf die Fracht anderer Länder für das Privileg der Durchfahrt durch die Straße von Hormus erhoben hatte – denn nichts sagt 'Wächter' wie ein Aufpreis.
Brent-Rohöl erreichte 79,37 Dollar pro Barrel, ein Anstieg von 72,48 Dollar vor den US-israelischen Angriffen auf Teheran Ende Februar. Der Preis hatte im April mit 120 Dollar seinen Höhepunkt erreicht, also ist das praktisch ein Schnäppchen.
In einem Social-Media-Beitrag erklärte Trump, die USA würden fortan als 'DER WÄCHTER DER HORMUS-STRAßE' bekannt sein, mit sofortiger Wirkung. Der Titel kommt ohne Umhang, aber vermutlich mit einer Rechnung.
Der Schritt verunsicherte die Märkte weltweit. Asiatische Aktien gaben nach, der südkoreanische Kospi fiel um 8 %, der japanische Nikkei 225 und der chinesische Shanghai Composite jeweils um 2 %. Besonders betroffen waren Chip-Hersteller: SK Hynix stürzte um 15 % ab, Samsung Electronics um 10 %.
Auch US-Aktien gerieten unter Druck, der Nasdaq fiel um 1 %, der S&P 500 um 0,4 %. Fluggesellschaften auf beiden Seiten des Atlantiks stürzten ab.
Die Eskalation folgt auf US-Angriffe auf den Iran am Sonntagabend, die Teheran umgehend erwiderte. Das US-Zentralkommando erklärte, die Angriffe zielten darauf ab, 'die Fähigkeit des Iran, zivile Seeleute und Handelsschiffe, die die Straße frei durchqueren, anzugreifen, weiter zu schwächen.' Denn nichts sagt 'freie Durchfahrt' wie eine Blockade und eine Maut.
Der fragile Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran, der letzten Monat unterzeichnet wurde, wird zunehmend brüchiger. Analysten von Goldman Sachs stellten fest, dass 'die jüngsten Angriffe verdeutlichen, wie unsicher die Golf-Exporte bleiben', was auf Analystisch so viel heißt wie 'macht euch auf höhere Benzinpreise gefasst'.
Daten von Kpler zeigen, dass am Sonntag nur sechs Schiffe die Straße überquerten – die wenigsten in fünf Wochen. Tanker schalten bereits ihre Transponder aus, denn wenn man Öl schmuggelt, ist Heimlichkeit der Schlüssel.
Gold fiel um 1,4 % auf 4.083 Dollar pro Unze, da höhere Ölpreise Ängste vor Zinserhöhungen schürten – denn Gold zahlt keine Rendite, aber es hat ein gutes Timing.
Die Ölpreise gaben später nach, nachdem die OPEC ihre Prognose für das globale Nachfragewachstum 2026 auf 780.000 Barrel pro Tag gesenkt hatte, gegenüber 970.000 – die dritte Senkung in Folge. Die Internationale Energieagentur ist noch pessimistischer und erwartet einen Rückgang der Nachfrage um 1 Million Barrel pro Tag. Aber hey, zumindest ist die Straße bewacht.