Ein deutsches Gericht hat ein irakisches Paar wegen Versklavung zweier jesidischer Mädchen im Irak verurteilt und damit ihrer Mitgliedschaft im Islamischen Staat eine weitere schlechte Lebensentscheidung hinzugefügt. Das Oberlandesgericht München verurteilte Twana H.S. zu lebenslanger Haft wegen Völkermords, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern. Seine Frau Asia R. A. erhielt eine Jugendstrafe von neuneinhalb Jahren – vermutlich, weil sie unter 21 war, als sie beschloss, bei der Versklavung von Kindern zu helfen.

Das Paar wurde 2024 in Bayern verhaftet, nachdem es offenbar dachte, Deutschland sei ein sicherer Ort, um sich nach seiner Zeit beim IS niederzulassen. Twana H.S., ein Friseur in München, war ursprünglich Anfang der 2000er Jahre als Asylbewerber nach Deutschland gekommen, sein Antrag wurde abgelehnt, aber er durfte als Elternteil eines deutschen Kindes bleiben. Nachdem er sich in einer Münchner Moschee radikalisiert hatte, kehrte er 2015 in den Irak zurück, um dem Islamischen Staat beizutreten – weil Friseur wohl nicht erfüllend genug war.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, Twana H.S. habe im Herbst 2015 auf einem Basar in Mossul auf Wunsch seiner Frau ein fünfjähriges jesidisches Mädchen als Sklavin gekauft. Später, im Oktober 2017, kauften sie ein zwölfjähriges Mädchen. Twana H.S. vergewaltigte beide Kinder wiederholt, während Asia R. A. angeblich das eine Mädchen schminkte und das Zimmer für ihn vorbereitete. Die Kinder wurden zu Hausarbeit gezwungen, durften ihre Religion nicht ausüben und wurden mit harten Gegenständen geschlagen. Asia R. A. verbrühte dem jüngeren Mädchen sogar die Hand mit heißem Wasser. Das zweite Mädchen wird noch immer vermisst.

Während des Prozesses entschuldigte sich Asia R. A. mit den Worten „Es tut mir leid“ – ein Satz, der unzureichend erscheint, wenn man geholfen hat, Kinder zu versklaven und zu missbrauchen. Der Prozess fand unter dem Prinzip der universellen Gerichtsbarkeit statt, weil Deutschland entschied, dass manche Verbrechen so abscheulich sind, dass man sie nicht ignorieren kann, nur weil sie im Ausland begangen wurden. Die Jesiden, eine kurdischsprachige Minderheit, wurden nach 2014 systematisch vom IS verfolgt, Tausende wurden getötet, Frauen und Kinder versklavt und vergewaltigt. Deutschland erkennt diese Taten als Völkermord an – ein guter Anfang.