Der australische Bundeshaushalt hat einen Schlag gegen die Verlustverrechnung (Negative Gearing) und die Kapitalertragssteuer (CGT) geführt, Politiken, die Kritiker als VIP-Pass für Wohlhabende bezeichnen, um mit Immobilien zu spekulieren. Und die Haushaltszahlen haben nun bestätigt, dass das Samtseil sehr wohl an Ort und Stelle ist.
Die obersten 1 % der Lebenseinkommensbezieher haben im Laufe ihres Arbeitslebens über 700.000 Dollar an Steuervergünstigungen aus CGT, Negative Gearing und diskretionären Trusts eingesteckt. Im Jahr 2022-23 sicherten sich die obersten 10 % der Einkommensbezieher 83 % des Kapitalertragssteuer-Geschenks und 37 % der Negative-Gearing-Vorteile. Das Medianeinkommen lag derweil bei bescheidenen 58.216 Dollar, was bedeutet, dass die meisten dieser Vergünstigungen an Leute gingen, die lachend zur Bank gehen.
Für Uneingeweihte: Die Kapitalertragssteuer ist das, was man zahlt, wenn man einen Vermögenswert (wie ein Haus) mit Gewinn verkauft. Seit 1999 erhalten Investoren einen Rabatt von 50 %, wenn sie den Vermögenswert länger als ein Jahr halten, denn anscheinend soll Geduld mit Steuervermeidung belohnt werden. Negative Gearing oder „Mietverlust“ im Treasury-Sprech erlaubt Vermietern, Verluste von ihrem zu versteuernden Einkommen abzuziehen, wenn ihre Investitionsimmobilie Geld verliert.
Von den über 1 Million Steuerzahlern im Jahr 2022-23 nutzten nur 71 % tatsächlich den CGT-Rabatt. Aber freuen Sie sich nicht zu früh: 95 % dieses Vorteils gingen an Australier mit einem Einkommen über dem Median. Und selbst unter den Gutbetuchten herrscht Ungleichheit: Über die Hälfte des CGT-Vorteils ging an die obersten 1 % der Einkommensbezieher. Wenn Sie also reich sind, bekommen Sie einen Rabatt; wenn Sie superreich sind, bekommen Sie fast alles.