Während die nördliche Hemisphäre unter Hitzekuppeln brutzelt, die einen Pizzaofen mild erscheinen lassen, setzen die Ölkonzerne noch einen drauf bei genau dem, was das Problem verursacht. Denn warum sollte man aufhören zu pumpen, wenn man von der Apokalypse profitieren kann?

Die Wissenschaft ist klar: Mehr fossile Brennstoffe zu verbrennen macht den Planeten heißer. Eine neue Attributionsstudie ergab, dass die jüngste rekordverdächtige Hitzewelle in Europa ohne den vom Menschen verursachten Klimawandel unmöglich gewesen wäre. Doch Big Oil plant, die Produktion zwischen 2024 und 2030 um 14 % zu steigern, so die London School of Economics. Das ist noch schlimmer als das Business-as-usual-Szenario der Internationalen Energieagentur, das zu einem katastrophalen Temperaturanstieg von 2,9 °C führen würde.

BP ist ein Paradebeispiel. Nachdem das Unternehmen versprochen hatte, die Ölförderung um 40 % zu reduzieren und in erneuerbare Energien zu investieren, machte es einen Rückzieher, kürzte die grünen Ausgaben um 3 Milliarden Dollar und erhöhte die Ausgaben für Öl und Gas auf 10 Milliarden Dollar pro Jahr. Die Gewinne haben sich im letzten Quartal mehr als verdoppelt. Unterdessen erzielten die europäischen Ölkonzerne einen gemeinsamen Gewinn von 22 Milliarden Dollar – der höchste seit 2022. In den USA plant ExxonMobil eine Produktionssteigerung von 25 %, Chevron von 15 %, und sie tun nicht einmal so, als ob ihnen Klimaversprechen wichtig wären.

Mit einem neuen El Niño am Horizont drohen dem Amazonas weitere Brände und Dürren, das Polareis schmilzt schneller und die lebenserhaltenden Systeme der Erde nähern sich gefährlichen Kipppunkten. Aber hey, Aktionärswert! Die einzige Frage ist: Wie viele Hitzewellen braucht es noch, bis wir begreifen, dass Benzin ins Feuer zu gießen es nicht löscht?