Mit 92 Jahren hat der Künstler Frank Bowling schon viel gemalt, aber das bunteste könnte seine eigene Lebensgeschichte sein. Geboren in Britisch-Guayana (heute Guyana) und heute Royal Academician mit einer Tate-Britain-Retrospektive im Gepäck, setzte sich Bowling zu einem Frage-und-Antwort-Gespräch zusammen, das alles abdeckte, von seinem größten Laster (Lagavulin 16-jähriger Whisky, gegen ärztlichen Rat) bis zu seinem peinlichsten Moment (als Weihnachtspudding verkleidet auf dem Ball des Chelsea Arts Club in den 1950ern, komplett mit Badehose und Stechpalme im Haar).

Bowling, dessen Ausstellung 'Seeking the Sublime' bis Januar 2027 im Fitzwilliam Museum in Cambridge läuft, beschreibt sich selbst als 'immer Ordnung brauchend' und nennt seine größte Errungenschaft, 'so malen zu können, wie ich es tue'. Er verabscheut das Saufen bei sich selbst und Autorität bei anderen, macht sich nachts Sorgen um die Form seiner Arbeit und hofft, seine Eltern im Himmel zu treffen – obwohl er vermutet, dass sein Polizistenvater ihn mit 'Du kannst hier nicht wohnen, Junge!' begrüßen könnte.

Wenn er sich nicht gerade gegen Vorwürfe von Künstlerkollegen wehrt, ein Flaneur zu sein, träumt Bowling davon, größere Bilder zu machen – insbesondere Flügel an sein 13 Meter breites Gemälde 'Into the Blue' anzufügen. Sein Lebensrat: 'Weiterarbeiten, seinen Schritt verbessern.' Und vielleicht das Weihnachtspudding-Kostüm auslassen.